Soziales Engagement : James-Simon-Preis für das Stifterehepaar Würth

„Wenn es keine Schrauben und Muttern gäbe, würde die Welt in fünf Minuten auseinanderbrechen“, hat Reinhold Würth, der Weltmarktführer für Montage und Befestigungen, einmal gesagt. Am Mittwoch erhielten der schwäbische Unternehmer und seine Ehefrau Carmen den James-Simon-Preis 2012 für vorbildliches soziales und kulturelles Engagement.

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Ausgezeichnet. Die Eheleute Carmen und Reinhold Würth.
Ausgezeichnet. Die Eheleute Carmen und Reinhold Würth.Foto: promo/Würth

Zuvor war das Stadtbad Mitte, gebaut 1930 von Heinrich Tessenow, nach dem 1932 verstorbenen Patron der Ehrung benannt worden. Dabei versammelten sich Kuratoren und Begründer der James-Simon-Stiftung, Politiker, Bäder-Manager und eine Urenkelin Simons bei Mozartklängen, mit blauem Plastik beschuht, am Becken – zur Enthüllung einer Info-Stele. Der Großhändler Simon hatte seinen Reichtum und seine Energie seit den 1890er Jahren in einzigartiger Großzügigkeit dafür eingesetzt, zahlreiche Kunst-, Bildungs- und Sozialstiftungen zu gründen und zu gestalten, darunter auch den Verein für Volksbäder (wir berichteten).

Bei der Ehrung des Ehepaars Würth, zu der sich im Gobelinsaal des Bodemuseums Citoyens, Museumschefs und Kulturpolitiker einfanden, pries der Berliner Kulturförderer Peter Raue im Namen der James-Simon-Stiftung die „immer bunter werdende Wiese gemeinnütziger und privater Stiftungen“.

Die 25 000 Euro Preisgeld geben die geehrten Mittsiebziger, aktiv an der Fortführung ihrer Initiativen beteiligt, einem Behindertenprojekt in St. Petersburg. Eindrucksvoll skizzierten der ehemalige Ministerpräsident Erwin Teufel und Hermann Parzinger (Stiftung Preußischer Kulturbesitz) das Spektrum Würth’scher Wohltaten – weltweite Museumsgründungen an ihren Firmenhauptsitzen, Institute für Behinderte und Straßenkinder, aber auch ihre Sammlung von 14 000 Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen. Das Publikum staunte: Als zeige dieser feierliche Moment, dass nicht Schrauben, sondern Kunst- und Menschenfreunde die Welt im Innersten zusammenhalten.

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