Berlin : Später Sieg

Andreas Conrad

gedenkt des Coca-Cola-Chefs C. R. MacNamara Ein Coca-Cola-Automat im Abgeordnetenhaus? Nichts zu machen, der Senat ist strikt dagegen. Verständlich, dass der lokale Boss des in seinem Expansionsplänen gebremsten US-Unternehmens da ins Grübeln kommt: „Manchmal fragt man sich, wer den Krieg gewonnen hat.“ C. R. MacNamara hieß er und wollte – „Eins, zwei, drei“ – die Welt hinter dem Eisernen Vorhang für die braune Brause erobern. Das hat damals, im Jahre 1961, leider noch nicht geklappt, und man hat, kurz nach dem Mauerbau, die prophetische Kraft von Billy Wilders Ost-West-Komödie wohl auch nie angemessen bewertet. Jetzt aber hat die Wirklichkeit die Fiktion nicht nur über-, sondern auch eingeholt: Die Berliner Filiale wird deutschlandweit die einzige Quelle, aus der Coca-Cola künftig sprudeln soll, alle anderen Lizenzen laufen aus. Die Stadt erhält damit im Brausesektor Monopolstatus und liefert emsig nach Ost wie nach West. Ach, wenn C. R. MacNamara das noch erlebt hätte.

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