Spendenaktion : Lernen für ein neues Leben

Die Welthungerhilfe bittet um Spenden für Schulbauten nach dem Zyklon in Birma.

Annette Kögel
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Spiel in Trümmern. Mit seinem Auslandsprojekt will der Tagesspiegel Kindern in Birma helfen: Die Welthungerhilfe plant dort...

Zum 16. Mal startet der Tagesspiegel in diesem Jahr seine Spendenaktion „Menschen helfen!“ Bis Weihnachten stellen wir einige Projekte vor, die stellvertretend für die diesmal ausgewählten 55 sozialen Vereine stehen. Wie jedes Jahr bedenken wir auch ein Auslandsprojekt – diesmal soll die Hilfe Opfern der Flutkatastrophe in Birma gelten. Auch bei der diesjährigen Weihnachtsspendenaktion kooperiert der Tagesspiegel dabei wieder mit seinem traditionellen Partner, der Deutschen Welthungerhilfe.

Erst fluteten Wassermassen das Land. Das war während des Zyklons Nargis, der Birma in der Nacht zum 3. Mai 2008 traf. Nahezu 90 000 Menschen starben, 2,4 Millionen waren insgesamt betroffen. „Und jetzt in der Trockenzeit haben die Menschen nichts zu trinken“, sagt Anja Schröder von der Deutschen Welthungerhilfe (DWHH). Viele Regenauffangbecken sind immer noch zerstört, der hohe Salzwassergehalt macht das Wasser ungenießbar – und die wenigen reparierten Anlagen fassen einfach viel zu wenig Wasser.

DWHH-Projektmanagerin Anja Schröder koordiniert die Projekte im stark betroffenen Landkreis Bogale im Irra waddy-Delta. Allein in Bogale wird die Zahl der betroffenen Menschen auf nahezu 290 000 geschätzt. Darunter sind viele Kinder, die Geschwister verloren haben. Oder gar ihre Eltern. Und jetzt stehen sie ganz alleine da.

Die Welthungerhilfe will in Zusammenarbeit mit dem birmanischen Bildungsministerium im Landkreis Bogale Schulen wieder aufbauen. „Eigentlich hatten wir die Finanzierung von drei Schulen schon mit dem deutschen Entwicklungsministerium geklärt“, sagt Anja Schröder. Doch jetzt fehlen große Summen für den Bau: „Wir mussten die Gebäude aus Sicherheitsgründen nach den Vorgaben aus Birma neu konzipieren“, sagt die DWHH-Expertin. So müssen die Schulen höher gebaut werden, als bisher geplant, damit sie neuerliche Überschwemmungen sicher überstehen. Die Klassenzimmer der gemeinsam unterrichteten Mädchen und Jungen sollen in bis zu zwei Meter Höhe liegen. Zudem muss das Material sturmsicher sein, Holz reicht nicht aus, Stahl und Beton sind erforderlich. Die Schulen sollen mit Latrinen und Wasserzisternen ausgestattet werden. „Außerdem sind die Transportkosten in der Region wegen der vielen Bauvorhaben kräftig gestiegen.“

So müssen die Mitarbeiter der Deutschen Welthungerhilfe ihre Schulbauvorhaben nun komplett neu berechnen. Eine Schule für rund 150 Kinder wird jetzt rund 75 000 Euro kosten. Insgesamt wollen die DWHH-Fachleute in 14 Dorfgemeinden Schulen errichten – denn die alten Gebäude oder das, was von ihnen übrig geblieben ist, sei für Unterricht nicht mehr zu gebrauchen. Die Lehrer wird das Bildungsministerium Birmas stellen.

Die Welthungerhilfe hat ihre Aktivitäten in dem südostasiatischen Land ausgeweitet, der Wiederaufbau geht weit über das Bildungssystem hinaus. So arbeitet das DWHH auch mit den Landesorganisationen „Metta Foundation“ im Nordosten und „Ream“ im Nordwesten zusammen. „Wir freuen uns sehr, dass der Tagesspiegel uns wieder bedenkt und danken jetzt schon allen Leserinnen und Lesern für ihre Großzügigkeit“, sagt Welthungerhilfe-Koordinatorin Anke Mattern. Annette Kögel

Spendenkonto: Der Tagesspiegel e.V., Verwendungszweck: „Menschen helfen!“, Berliner Sparkasse, Kto.-Nr.: 25 00 309 42, Blz.: 100 500 00. Bitte geben Sie Name und Anschrift für den Spendenbeleg an. Die Spendenaktion im Internet: www.tagesspiegel.de/spendenaktion. Dort haben wir für unsere Leserinnen und Leser eine Liste aller in diesem Jahr bei „Menschen helfen!“ berücksichtigten Vereine zusammengestellt. Das Geld übergeben wir voraussichtlich im März 2009.

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