Berlin : Sportförderung: CONTRA von Matthias Oloew

Zum Thema Ted: Sollte der Senat die bisherige Sportförderung beibehalten? Berlin droht der Finanzkollaps, im Haushalt fehlen Milliarden. Die Stadt wird sich vieles nicht mehr leisten können, was in den vergangenen Jahren selbstverständlich war. Guter Rat, wo die Stadt sparen kann, ist teuer, und deshalb ist es wiederum nur recht und billig, wenn der Rechnungshof Vorschläge macht. Tatsächlich ist nicht einzusehen, warum der Senat Geld ausgeben soll für Sportvereine, deren Sport eindeutig nicht darauf abzielt, Talente zu fördern, sondern lediglich die Freizeit der Mitglieder angenehm und preisgünstig zu gestalten. Es ist nicht einzusehen, warum ein FKK-Verein unterstützt wird, die Wanderfreunde auf Zuwendungen hoffen dürfen, aber Kraftsportler, die ihre Muskeln im Fitness-Studio stählen, ihr Hobby ganz allein aus eigener Tasche bezahlen müssen. Studios dieser Art werden ja längst nicht mehr allein von fanatischen Bodybuildern besucht, sondern mittlerweile von großen Teilen der Bevölkerung, die zum Beispiel ihre Rückenmuskeln stärken wollen, um einem Bandscheibenvorfall vorzubeugen. Das ist mindestens so gesund wie das FKK-Baden im Stadtbad Wilmersdorf.

Es ist völlig richtig, aus Steuergeldern Sport- und Schwimmhallen zu bauen, und diese dann auch kostengünstig zur Verfügung zu stellen. Es ist aber Quatsch, Vereinsheime von Hobbysportgruppen zu unterstützen, damit die Häuser noch ein bisschen komfortabler sind. Das ist Privatvergnügen und sollte auch so bezahlt werden.

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