• Sportlehrerin kauft Steglitzer Bad für einen Euro Liegenschaftsfonds veräußerte stillgelegte städtische Halle

Berlin : Sportlehrerin kauft Steglitzer Bad für einen Euro Liegenschaftsfonds veräußerte stillgelegte städtische Halle

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Für einen Euro ist jetzt das stillgelegte Stadtbad an der Steglitzer Bergstraße vom Liegenschaftsfonds veräußert worden. Die Käuferin, Gabriele Berger, wird das denkmalgeschützte Bad, dessen Halle einen geradezu sakralen Charakter hat, für „mehrere Millionen Euro“ sanieren, auch mit einem Restaurant ausstatten. Über den möglichen Eröffnungstermin gibt es keine Angaben.

Die ausgebildete Sportlehrerin betreibt seit fünf Jahren das Bewegungsbad Marienfelde an der Malteserstraße. Mit dem Bad an der Bergstraße ist nunmehr das dritte von zehn stillgelegten städtischen Bädern verkauft worden. Zuvor hatte der Liegenschaftsfonds das in Teilen bereits wiedereröffnete SEZ in Friedrichshain und das Stadtbad Zehlendorf an der Clayallee veräußert, auf dessen Gelände zunächst bis Ende 2004 ein Neubau geplant war, nun wird bis Mitte 2007 mit der Fertigstellung gerechnet.

Der Senat hatte dem Liegenschaftsfonds der Finanzbehörde Anfang 2003 die Vermarktung der aus Kostengründen stillgelegten Bäder übertragen. Das Steglitzer Bad gehört dabei auch schon wegen seines Äußeren zu den „Klassikern“. Es war nach Plänen des Gemeindebaurates Richard Blunck in den Jahren 1907/08 errichtet und später durch einen Verwaltungsbau ergänzt worden. Die Technik des Bades ist nach Auskunft der neuen Eigentümerin „total veraltet“ , die „wunderbare alte Dampfsauna“ steht allerdings auch unter Denkmalschutz. Der Kauf des Hauses ist mit dem Sanierungsauftrag verbunden. Auch muss der öffentliche Betrieb als Schwimmhalle gewährleistet sein.

Im Frühjahr 2002 hatte der Aufsichtsrat der Bäderbetriebe Berlin beschlossen, zehn Bäder trockenzulegen. Damit sollten 1,9 Millionen Euro gespart werden. Mit der Schließung gingen die Grundstücke wieder an das Land Berlin zurück, vor den Bäderbetrieben waren sie von den Bezirken verwaltet worden. Im letzten Jahr wurde angesichts von Mittelkürzungen über die Schließung weiterer Bäder diskutiert. Die Bäderbetriebe kündigten an, die Auslastung jedes einzelnen Bades genau zu überprüfen.C.v.L.

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