Berlin : ST. LUDWIG Der Prälat will Offenheit

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Prälat Karl Jüsten kündigte in der Charlottenburger Kirche St. Ludwig gleich zu Beginn des Gottesdienstes an, dass er auf den Brief des Kardinals, von dem viele „sicherlich heute früh schon im Tagesspiegel gelesen haben“ später zu sprechen kommen werde. Der 38jährige Leiter des Katholischen Büros Berlin wohnt in der Nähe des Ludwigkirchplatzes und hält ab und zu sonntags in St.Ludwig die Messe. Mit der Predigt, die um Hingebung, Opfern und Hoffnung kreiste, wies er den Berliner Katholiken auch schon gleich den Weg aus der Misere. Einleitend teilte Jüsten seine Sorgen um den drohenden Irak-Krieg mit, um die unabwendbaren sozialen Einschnitte, die Gerhard Schröder am vergangenen Freitag angekündigt hatte und die harten Kürzungen, die die katholische Kirche in Berlin vornehmen muss.

Nach der Predigt verlas Jüsten das Schreiben des Kardinals, mit Pathos und so, dass die Bitte um Vertrauen nachhallte. Er scheute sich nicht, noch einmal deutlich zu machen, dass die künftigen Einschränkungen „sehr hart“ sein werden. Da er selbst einmal Personalchef im Erzbistum Köln gewesen sei, wisse er, wie schwer es sei, wenn man Menschen in die Arbeitslosigkeit entlassen müsse. Auch die Gemeinden müssten sich in Zukunft beschränken. Gleichzeitig aber wies er auf die Chance hin, die in der Krise stecke. „Lasst uns Mut fassen, die Reformen anzugehen“, sagte Jüsten. Und seine Zuhörer waren begeistert von so viel Offenheit. clk

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