Berlin : Stadt der Berge

Andreas Conrad

freut sich auf die Olympischen Winterspiele 2014 in Berlin Nun ist natürlich der Katzenjammer groß: Eine weitere Berliner Seifenblase geplatzt, kugelrund wie die Radarballons auf dem Teufelsberg, denen jetzt doch kein Hotelneubau angeklebt wird. Klar auch, dass als Erstes von Renaturierung des Geländes fantasiert wird, was freilich, nähme man die Idee wirklich ernst, zunächst einmal das Abräumen des Trümmerberges erforderte – samt der darunter verborgenen Bauruine der Wehrtechnischen Fakultät aus der NS-Zeit. Und dabei schaffen es die Berliner Gartenbauämter kaum noch, den Rasen auf den Mittelstreifen kurz zu halten. Was also tun mit dem Doppelberg? Bei dieser Zukunftsfrage hilft wie so oft der Blick in die Vergangenheit, auf die alpinen Traditionen dieser Stadt. Verfügte nicht der Teufelsberg bis 1972 über eine Skipiste samt Liftbetrieb? Fand dort nicht im Dezember 1986 ein international viel beachtetes Weltcup-Skirennen im Doppelslalom statt? Mit Markus Wasmeier! Ganz zu schweigen von der höllisch steilen Rodelbahn, nur mit olympischer Tollkühnheit zu befahren. Ja, ganz recht: olympisch! Sommerspiele werden wir in diesem Jahrhundert wohl nicht mehr bekommen, aber warum es nicht 2014, vielleicht in Konkurrenz zu München, mit den Winterspielen versuchen? Schon ein Blick auf den Berliner Stadtplan muss jeden olympischen Entscheidungsträger überzeugen: Müggelberge, Rehberge, Kreuzberg, Schöneberg, Lichtenberg. Nur schade, dass es die Eislaufbahn im Europacenter nicht mehr gibt. Wir müssen sie nur rekonstruieren, dann sind wir unschlagbar.

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