Berlin : STADT DER (T)RÄUME

Die besten Lagen in allen Großstädten befinden sich an urbanen Parkanlagen, sagt Wolfram Putz vom Architekturbüro Graft. Die Fifth Avenue am Central Park in New York etwa. Und Berlin? Der Zugang zum Tiergarten sei „blockiert“, die Beziehung der westlichen City zu ihrer Grünanlage gestört. Der Zoo-Bogen ist im Wege, er versperrt den Weg ins Grüne vom Bahnhof Zoologischer Garten über den Rand des Breitscheidtplatzes die ganze Budapester Straße entlang bis zum Hotel Intercontinental: „Man kommt da einfach nicht durch“, sagt der Architekt – und will das ändern. Es ist ein Gedankenspiel, aber es zeigt, was möglich ist. „Es setzt enorme emotionale, qualitative, aber auch ökonomische Potenziale frei“, sagt Putz. Er regt eine „starke Stadtkante“ an, ähnlich wie dies am Potsdamer Platz gelungen sei. Dort bilden die zum Tiergarten orientierten Gebäude ein klares Gegenüber zum Park. Die Architekten lassen in der West-City eine Vielzahl von Hochhäusern wachsen, rund um die Gedächtniskirche, mit Blick ins Grüne. „Auf der anderen Seite liegt das Emotionale, das Irrationale: FKK-Ecken, Public Viewing, gegrillte Lämmer – dieses ganze Treiben im ehemaligen königlichen Jagdrevier“, sagt Putz. Warum nicht großzügig denken, wenn die ganze West-City wieder in den Tiergarten blicken kann? ball

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