Stadtentwicklung : Passage mit dem Erotikmuseum am Bahnhof Zoo steht zum Verkauf

Die ungeliebten Gebäude werden modernisiert oder abgerissen. Im Eckhaus an der Kantstraße befindet sich das Beate-Uhse-Museum.

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Sex in the City. Das Beate-Uhse-Erotikmuseum mit etwa 5000 Exponaten in drei Etagen besteht seit 1995. Foto: Kai-Uwe Heinrich
Sex in the City. Das Beate-Uhse-Erotikmuseum mit etwa 5000 Exponaten in drei Etagen besteht seit 1995.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Die als „Aschinger-Haus“ und „Leineweber-Haus“ bekannte Passage am Bahnhof Zoo gilt als Schmuddelecke im Herzen der City West. Das 70er-Jahre-Gebäude mit dem Beate-Uhse-Erotikmuseum, einem Spielcasino und Imbissläden wurde immer maroder, während in der Nachbarschaft das Luxushotel Waldorf-Astoria im Zoofenster-Hochhaus eröffnet hat und das Projekt „Bikini Berlin“ mit der Modernisierung des Bikini-Hauses und des Kinos Zoo-Palast in diesem Jahr fertig werden soll.

Jetzt stehen auch bei der Passage zwischen Hardenberg-, Kant- und Joachimstaler Straße die Zeichen auf Veränderung: Der Gebäudeteil mit dem Erotikmuseum an der Ecke Kantstraße – wo früher die Modehandlung Leineweber eine Filiale hatte – ist zum Verkauf ausgeschrieben. Bisher gehört er einer Erbengemeinschaft. Mit der Veräußerung ist die Makler- und Verwaltungsgesellschaft Rohrer Immobilien beauftragt. Man verhandele mit mehreren Interessenten, sagte deren Geschäftsführender Gesellschafter Corvin Tolle auf Anfrage. Noch sei offen, ob es zur Modernisierung oder zum Abriss und Neubau komme. Bisher liege die erlaubte Gebäudehöhe bei der Berliner Traufhöhe (22 Meter), für größere Neubauten müsse das Baurecht geändert werden.

Einen möglichen Kaufpreis nennt die Immobilienfirma nicht. Nach Angaben aus anderer Quelle ist in einem Exposé für Interessenten von etwa 20 Millionen Euro die Rede. Der Mietvertrag des Erotikmuseums und des Sexshops von Beate Uhse läuft noch drei Jahre. Tolle nimmt an, dass ein Käufer des Gebäudes den Vertrag gegen eine finanzielle Entschädigung früher auflösen könnte.

Unterdessen bereitet auch die luxemburgische Eigentümerfirma des anderen Passagenteils an der Hardenbergstraße eine Modernisierung vor. Ende Oktober musste dort das „A&O Hostel“ schließen. Laut einem Anwalt der Vermieterfirma wurde so der Weg zur „Neuausrichtung des Objekts“ frei. Ein neues Hotel oder Hostel sei durchaus denkbar. Einzelheiten könne man aber erst in den kommenden Wochen nennen.

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