''Alex'' : Keiner will Berlins berühmtesten Waschbären

Frühestens am Montag wollen die Herren der Tiefgarage, in der Berlins berühmtester Waschbär Alex haust, bekannt geben, bei wem das Tier unterkommt. Aber so einfach wird das nicht: Zoo und Tierpark haben schon abgelehnt. Und fangen müssen sie Alex auch erstmal.

Waschbär
Im Berliner "Park Inn" Hotel haust ein Waschbär in der Tiefgarage - ähnlich diesem. -Foto: dpa

Bis Montag hat Waschbär Alex auf jeden Fall Schonfrist. Frühestens dann wollen die Manager des „Park Inn“ am Alexanderplatz bekannt geben, wer das Tier, das in der Tiefgarage des Vier-Sterne-Hauses lebt, bei sich aufnimmt. Voraussetzung dafür ist aber, dass die derzeitigen Gespräche mit einem geheimen Interessenten erfolgreich verlaufen – und das ist keineswegs sicher. Zoo und Tierpark haben dem „Park Inn“ bereits einen Korb gegeben. Kein Interesse, heißt es, wahrscheinlich hat Alex mit seiner Gesichtsmaske und dem schmutzig braunen Fell zu wenig Knut-Potenzial.

Außerdem ist die Anzahl der möglichen Unterkünfte begrenzt. „Man kann den Bären ja nicht irgendwem geben, der sagt: ,Ich hab’ einen großen Garten‘“, sagt Florian Stiller von „Tierrettung24“. Der Berliner Verein hilft dem Hotel bei der Auswahl eines geeigneten Domizils. Auswildern könne man Alex auf keinen Fall. Er sei so auf Menschen fixiert, dass er in der freien Natur gleich „Frischfleisch“ wäre, erklärt Stiller.

Sobald ein Ort gefunden ist, wollen er und seine Kollegen ausrücken. Möglicherweise schon nächste Woche werden sie einen großen Metallkäfig in ihren Tierrettungswagen packen, ins Parkhaus brausen und den Käfig dort aufstellen. Mit einem Stück Wurst als Köder. Dann werden sie sich hinter Autos verstecken und warten. „Das kann dauern“, sagt Stiller, auch wenn der Bär als ziemlich neugierig gilt. In der Tiefgarage verirrt er sich regelmäßig in offen stehende Autos. Oder er stöbert in den orangefarbenen Mülleimern. Wenn das Reinigungspersonal ihn beim Frühstück stört, faucht er. Alex ist schließlich ein wildes Tier. Obwohl er recht zutraulich sein kann, wenn ihm der Duft von Essbarem in die Nase steigt. (J. O.)

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