Auf ein GLAS mit : Caroline Korneli

Ric Graf

An dieser Stelle zeigt uns jeden Monat ein interessanter Berliner sein Lieblingslokal. Heute: Caroline Korneli, 26, Radiomoderatorin, Buchautorin und Werbespot-Legende.

Treffpunkt Hackbarth’s in der Auguststraße in Mitte. „Ich will niemals in einem Mitte-Schicki-Laden gesehen werden“, antwortet Caroline Korneli, 26, gleich am Anfang auf die Frage, warum wir uns genau hier treffen. Das Hackbarth’s ist ein rustikales Café mit viel Holz, fleckig gestrichenen Wänden und großen Tischen für ordentliche Trinkabende. Heute will sie nur einen Wodka O. Und ein paar Kippen. Korneli kennt den Laden schon lange. „Ich habe mich mal mit einem Typen getroffen, seitdem komme ich eigentlich immer her.“ Der Typ landete kurze Zeit später im Knast, weil er ohne Führerschein gefahren war. „Zehn Mal“, sagt Korneli. Sie landete bei Radio Fritz. Nach einem Praktikum bekam sie sofort ihre eigene Sendung. Erst „CaroAs“, jetzt „Caroma Club“, jeden Sonnabend ab 14 Uhr für vier Stunden. Zwischendurch hat sie Pause gemacht, da musste sie sich um ihren „Niedrich“ kümmern. Wer bitte ist Niedrich? „Mein zweiter Sohnemann, heißt eigentlich Friedrich.“ Den Namen bekam er von seinem älteren Bruder Michel, der sich laut Korneli zu Hause langsam zur Gag-Konkurrenz entwickelt. „Eigentlich bin ich ja immer für die Witze verantwortlich. Aber Konkurrenz belebt das Geschäft.“

Vor dem Radio war Korneli schon im Fernsehen zu sehen. In einem Werbespot der Telekom, da durfte sie diesen einen, legendären Satz sagen: „Und billig, da stehst du doch drauf.“ Auf MTV hat sie auch bereits moderiert. Und mit dem Kollegen Markus Kavka ein Buch geschrieben: „Mach mir mal ’ne Nudelsuppe, bevor ich mich besudel, Puppe“ heißt das, es handelt vom Geschlechterkampf und den Unterschieden zwischen Mann und Frau. Der Titel ist von ihr. Am 15. November lesen sie daraus in der Berliner Pan Am Lounge.

Was Korneli gar nicht mag: Spielplätze. „Immer diese Mütter“, sagt sie genervt und rollt dabei die Augen. „Mütter sind ja ganz schlimm. Du willst nichts Schlechtes über dein Kind hören, deinem Kind darf keiner was sagen. Und auf Spielplätzen beobachtet jede Mutter mit Argusaugen die anderen.“ Es kommt aber schon mal vor, dass sie einer kleinen Nervensäge sagt: „Hau ab!“ Aber nur wenn die Mutter nicht schaut. Sie selbst nimmt sich vom Schlimmsein nicht aus. „Ich bin so geworden, wie ich nie werden wollte. Richtig spießig.“ Das sagt sie nicht ohne Ironie. Nichts sei mehr mit wilden Partynächten. „Letztens habe ich mal gefeiert und war gleich vier Tage krank.“ Ric Graf

Hackbarth’s, Auguststraße 49a in Mitte, geöffnet ist täglich 9 bis 3 Uhr

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