Chronologie : 30 Jahre Tempodrom

Gründung, Umzug, Pleite-Skandal und Neuanfang.

Mai 1980: Die Krankenschwester Irene Moessinger gründet mit einer Erbschaft das alternative Veranstaltungszentrum Tempodrom in einem Zelt auf dem Potsdamer Platz.

1984: Umzug in den Tiergarten. September 1992: Bund und Senat finden, dass für das Tempodrom im geplanten Regierungsviertel kein Platz ist.

1995: Kreuzberg bietet den Platz am Anhalter Bahnhof an. Initiator ist der damalige Bezirksbürgermeister Peter Strieder (SPD). Der Bau soll 16,4 Mio. Euro kosten. Das Geld soll von Bund, EU, Land und Spendern kommen.

Mai 2000: Der Bau beginnt. Geplante Kosten jetzt: 23 Millionen Euro.

Oktober 2000: Die Landesbank Berlin gibt einen 12,8-Mio.-Euro-Kredit, für den das Land zu 80 Prozent bürgt.

Oktober 2001: Die Kosten explodieren. Der rot-grüne Übergangssenat schießt 6,54 Millionen Euro zu.

Dezember 2001: Das Tempodrom wird mit einer großen Gala eröffnet.

Herbst 2002: Wegen Zahlungsschwierigkeiten schießt die landeseigene Bank IBB 1,74 Millionen Euro zu.

Februar 2003: Das Parlament verweigert einen weiteren Zuschuss von 900 000 Euro. Ein Käufer wird gesucht. Die Kaufsumme: etwa 2,5 Millionen.

November 2003: Der Rechnungshof rügt die letzte IBB-Zahlung als rechtswidrig.

Dezember 2003: Die CDU erstattet Strafanzeige gegen Strieder wegen Untreue. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Februar 2004: Das Parlament setzt einen Untersuchungsausschuss ein.

März 2004: Der Senat lässt das Tempodrom in die Insolvenz gehen.

Dezember 2004: Das Kammergericht attestiert Strieder und Sarrazin Fehlverhalten, weist die Anklage aber ab. In einem späteren Verfahren wird auch Moessinger wegen „erwiesener Unschuld“ freigesprochen.

Juli 2005: Das Veranstaltungsgeschäft wird von der Firma Treugast übernommen, die es bis heute erfolgreich betreibt.

Februar/März 2010: Die Bremer Firmengruppe KPS kauft das Haus, der Verkehrswert wird mit gut drei Millionen Euro angegeben. dpa/lvt

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