Circus Krone : Streit um Riesenelefanten und Raubkatzen

Der Circus Krone hatte am Donnerstag Berlin-Premiere. Tierschützer verlangen ein Wildtierverbot.

Mit viel Pomp und Prominenz wurde am Donnerstagabend Premiere im Circus Krone gefeiert – laut Veranstalter im „größten reisenden Zirkuszelt der Welt“. Das ist nicht der einzige Superlativ, mit dem der Zirkus aufwartet: In der Arena auf dem Festplatz Clayallee/Truman Plaza in Zehlendorf trete nämlich auch der „größte Elefantenbulle der Welt“ auf und der „einzige weiße Löwe in einem Zirkus“, heißt es – neben anderen Dickhäutern und Raubkatzen. Genau das halten Tierschützer für ein Problem.

„So ein Auftritt ist pures Mittelalter und entwürdigend für die Tiere“, sagt der Berliner Tierschutzbeauftragte Klaus Lüdcke. „Die Berliner wollen keine Wildtiere mehr im Zirkus sehen.“ Das ist ihm schon seit langem ein Anliegen. Die Ankunft des Circus Krone sei ein Anlass, die Forderung zu erneuern. Er will einen Antrag im Abgeordnetenhaus dazu stellen und wünscht sich einen Beschluss – als „Richtschnur für die Bezirke“. Ein wirkliches Verbot könne man auf Landesebene allerdings nicht durchsetzen.

Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linke) sei zwar auch gegen Auftritte von Wildtieren im Zirkus, sagt eine Sprecherin der Gesundheitsverwaltung. Ihr gehe es aber mehr um eine bundesrechtliche Regelung, an der schon seit längerem gearbeitet werde.

Frank Keller, Sprecher des Circus Krone, hat schon Routine, wenn es darum geht, die Tierhaltung dort zu verteidigen. Sie hätten Strafanzeige gegen die Tierschutzorganisation Peta gestellt – wegen übler Nachrede: „Die verbreiten die Unwahrheit, dass wir die Tiere nicht artgerecht halten würden.“ Und der Zehlendorfer Amtstierarzt Damian Novak, der für die Kontrollen im Circus Krone zuständig ist, hält diesen im Vergleich mit anderen Zirkussen für vorbildlich - zumindest bei der Haltung von Elefanten und Löwen.

Viele Prominente ließen sich von dem Streit nicht vom Premierenbesuch abhalten: Auf der Gästeliste standen Henry Hübchen, Andreas Dresen, Dani Levy, Lea Rosh, Frank Castorf, Hubertus Knabe und Botschafter von sechs Ländern. dma

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