Drehunfall bei Cruise-Film : Waren Statisten selbst schuld?

Entgegen der Zeugenaussagen der Komparsen beim Drehunfall zum Stauffenberg-Film war der Lastwagen technisch in Ordnung. Experten haben jedoch womöglich die Sicherheitslücke gefunden.

Michael Stürzenhofecker
Valkyrie Foto: dpa
Einer der Lastwagen, die beim "Valkyrie"-Dreh eingesetzt werden -Foto: dpa

BerlinRobert Rath vom Berliner Landesamt für Arbeitsschutz bestätigte gegenüber Tagesspiegel.de, dass eine Gutachterkommission der Dekra zu dem Schluss gekommen ist, dass der Lkw, der beim Cruise-Dreh "Valkyrie" einen Unfall hatte, definitiv "betriebssicher" war. Auch die Bremsen seien entgegen früherer Verlautbarungen "in Ordnung" gewesen. Rath möchte jedoch keine Angaben zur Schuld der Statisten machen.

Diese hätten eigentlich den Auftrag gehabt, einen Riegel an der Seitenplanke von Innen zu verschließen. Der Arbeitsschützer glaubt jedoch, dass es gerade von der Innenseite aus nicht sichtbar ist, ob der Riegel wirklich verschlossen ist. Die Statisten könnten somit der festen Überzeugung gewesen sein, die Planke verschlossen zu haben. "Das hätte jemand überprüfen können", meint Rath.

Zu diesem Zweck hat die Produktionsfirma eigentlich einen von ihm geforderten Sicherheitskoordinator. "Der kann aber nicht überall sein und muss auch mal schlafen, außerdem macht der sich eher über teuerere Szenen Gedanken", so Rath. Seine Behörde will weiter präventiv arbeiten und die Sicherheitsauflagen beim Dreh aufrecht erhalten.

Auch Polizei und Staatsanwaltschaft werden zunächst weiter wegen gefährlicher Körperverletzung ermitteln. Den Unfall-Lkw hatte die Filmfirma von einem Sammler geliehen. Zeugen und Unfallopfer berichteten, dass der Lkw viel zu schnell gefahren und "zu schwach und unsicher" gewesen sei. Auch hätte es am gleichen Tag bereits mehrere Beinahe-Unfälle gegeben. Bei dem Unfall hatte sich eine Seitenplanke gelöst, als der Lkw in eine Kurve bog. Elf Männer sind dabei von dem Lastwagen gestürzt und haben sich Prellungen und andere Verletzungen zugezogen. Eine Person musste eine Nacht im Krankenhaus verbringen. Die Komparsen haben unterdessen eine Sammelklage gegen die Produktionsfirma angestrengt.

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