Felix Burda Awards : Glamour als Lebensretter

Es gibt Themen, mit denen sich die meisten Menschen einfach nicht befassen mögen. Darmkrebs ist eines davon. Die Verleihung der Felix Burda Awards im Hotel Adlon soll zur Krebsvorsorge ermutigen.

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Um das Thema aus der Tabuzone zu holen, hat Christa Maar 2003 die „Felix Burda Award Gala“ aus der Taufe gehoben. Im Rahmen der Gala, die am Sonntagabend im Adlon über die Bühne ging, wurden Preise vergeben für die innovativsten und herausragendsten Projekte auf dem Gebiet der Darmkrebsvorsorge. Der Preis ist benannt nach Christa Maars Sohn Felix Burda, der 2001 mit 33 Jahren an Darmkrebs starb und der hätte gerettet werden können, wenn er rechtzeitig untersucht worden wäre.

In den zwei Jahren von der Diagnose bis zum Tod war der Sohn des Verlegers Hubert Burda noch am Aufbau der Stiftung beteiligt, die seitdem unter der Leitung seiner Mutter für die Verbesserung der Vorsorge kämpft. Wer Darmkrebs hat, fühlt sich zunächst gesund. Wenn die Krankheit in dieser Phase entdeckt wird, kann sie geheilt werden. Jährlich erkranken fast 70 000 Menschen neu an Darmkrebs, und die Krankheit ist unter allen Krebserkrankungen die häufigste Todesursache bei Männern und Frauen.

Unterstützt wurde die Gala von BMW. Mit Hans-Reiner Schröder hat das Automobilunternehmen einen Glamour-Experten in Berlin, und Glamour ist, wie man bei Aids gesehen hat, eine gute Möglichkeit, Tabus aufzubrechen.

Ausgezeichnet wurde auch Tagesspiegel-Redakteur Ingo Bach in der Kategorie „Journalism for Prevention“. Die Jury sah den zweiseitigen Beitrag aus dem „Praxisführer“ zum Thema Koloskopie als vorbildlich für die Leser einer Tageszeitung an und wertete besonders das System zur Bewertung beteiligter Praxen als innovativ. Eine besondere Leistung der Redaktion bestehe in einer Empfehlungsliste von 50 gastroenterologischen Praxen, die ihre Leistungen transparent gemacht haben. Auch Harm van Maanen bekam einen Preis für seine Aufklärungsarbeit in der „Ärzte Zeitung“.

Unter den Nominierten für einen der Preise war in der Kategorie „Public Prevention“ außerdem ein katholischer Pfarrer, der in seiner Pfingstpredigt im letzten Jahr auf das Risiko Darmkrebs und die Vorsorgeuntersuchungen aufmerksam machte. Die Tui AG war nominiert für ein ansprechendes Vorsorgekonzept, an dem auch Lebenspartner von Mitarbeitern teilnehmen konnten. Der Titel: „Check-in for a check-up bei Tui“. In der Kategorie „Medical Prevention“ war unter anderem eine vergleichende Bewertung von Stuhltests zur Früherkennung unter die Favoriten gekommen.

Für Christa Maar gehört das breitere Angebot an effektiven Vorsorgemöglichkeiten zu den absoluten Arbeitsschwerpunkten: „Über die Chancen der Früherkennung wissen viele schon gut Bescheid. Wir brauchen Methoden, um die Vorsorge noch leichter zu machen.“ Sie setzt sich dafür ein, dass ähnlich wie bei der Brustkrebsprophylaxe künftig jeder über 50 eine persönliche Einladung zur Darmkrebsvorsorge bekommen soll. Bei einem Pilotprojekt im Saarland hatte sich die Teilnahme dadurch verdreifacht. Auch Manfred Stolpe, ehemals Brandenburger Ministerpräsident und Bundesverkehrsminister, diesmal nun einer der Laudatoren, rühmte Christa Maars Arbeit: „Ohne Ihre Aktivitäten wäre ich wohl nicht mehr am Leben.“

Die Skulptur, die die Sieger neben einem Preisgeld in Höhe von 10 000 bzw. 5000 Euro bekommen, wurde von dem kanadischen Künstler Christian Eckert gefertigt, der Felix Burdas bester Freund war. Auch Prominente wie die Moderatorin Mareile Höppner, die Schauspielerinnen Marie-Luise Marjan, Grit Boettcher und Maren Gilzer, der Schauspieler Markus Maria Profitlich, der Kabarettist Hans Werner Olm und Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder waren gekommen. Moderiert wurde die Gala von Comedian Thomas Herrmanns.

Mit viel Phantasie macht die Stiftung auch außerhalb der Gala auf sich aufmerksam. In einer Werbekampagne mit Atze Schröder, Ingolf Lück, Profitlich und Olm geht es darum, Ängste, Tabus und Vorurteile anzusprechen und auszuräumen. Aufsehen erregt auch ein begehbares Darmmodell, dessen Besucher erfahren, wie Krebs entsteht und wie man sich schützen kann.

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