Gesicht zeigen : Rassismus begegnet uns überall

Der Verein "Gesicht zeigen" veranstaltet Aktionswochen gegen Rassismus zum neunten Mal. So wollen die Initiatoren unter anderem darauf aufmerksam machen, dass noch nie so viele rechtsextreme Straftaten in Deutschland gegeben hat wie 2008.

Daniela Martens

BerlinTante Gerda, eine Uigurin, ein „Musterjude“ und die drei Adleraugen – sie alle sind Teil der „Aktionswochen gegen Rassismus“, die der Verein „Gesicht zeigen“ in diesem Jahr zum neunten Mal organisiert. Vom heutigen Montag bis zum 29. März erfahren die Berliner bei über zwölf Veranstaltungen an verschiedenen Orten, was es mit Tante Gerda und den anderen Protagonisten auf sich hat – durch Filme, Lesungen, Diskussionen, einen Kabarettabend, eine Ausstellung und ein Kindertheaterstück.

Die Aktionswochen gegen Rassismus finden rund um den „Internationalen UN-Tag zur Überwindung der Rassendiskriminierung“ am 21. März statt. „Wir wollen auf das Thema ,Intoleranz gegen Andersdenkende’ in all seinen Facetten eingehen und den Menschen die Regeln der Demokratie schmackhaft machen“, sagt Rebecca Weis, eine der Geschäftsführerinnen des Vereins. „Daran arbeiten wir das ganze Jahr über – aber zwei Wochen lang wollen wir besonders darauf aufmerksam machen.“ Vor allem darauf, dass es noch nie so viele rechtsextreme, fremdenfeindliche und antisemitisch motivierte Straftaten in Deutschland gegeben habe wie 2008.

Statt mit dem „erhobenen Zeigefinger“ will der Verein seine Botschaft „unterschwellig“ transportieren – bunt und vielfältig: Mit einer Lesung der Autorin Jana Simon über „alltägliche Abgründe“ starten die Aktionswochen heute um 20 Uhr in der Alten Kantine in der Kulturbrauerei, Knaackstraße 97 in Prenzlauer Berg. Am Mittwoch um 20 Uhr liest der Autor Rafael Seligmann aus seinem Roman „Der Musterjude“, im La Boheme an der Winsstraße 12, ebenfalls in Prenzlauer Berg. Am Sonntag, 22. März, um 11 Uhr ist die Uigurin in einem Film über Migrantinnen zu sehen – im Filmmuseum Potsdam an der Breiten Straße 1a. Tante Gerda taucht ebenfalls in einem Film auf: am Dienstag, 24. März, um 19 Uhr geht es um ihr Schweigen über ihre Erlebnisse in Auschwitz – im Central Kino am Rosenthaler Platz 39 in Mitte. Und die drei Adleraugen – Lily, Can und Fabian – beenden die Aktionswochen mit einem Kindertheaterstück über „die Schwierigkeiten des Miteinander“, am Sonntag, 29. März, um 15 Uhr und 16.30 Uhr, im Theater unterm Dach, Danziger Straße 101 in Prenzlauer Berg. Die weiteren Veranstaltungen der Aktionswochen des Vereins sind im Internet zu finden. Der Eintritt ist überwiegend frei.

www.gesichtzeigen.de

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