Grüne Woche : Kein Schwein ist gern allein

Wenn auf dem Erlebnisbauernhof der Grünen Woche die Ferkel quieken, hüpft auch das Herz des Großstadtmenschen. Wer sich ein Nutztier halten will, muss kein Bauer sein. Aber die Vorschriften beachten.

Rita Nikolow
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Rosige Zeiten. Wer beim Besuch der Grünen Woche auf die Idee kommt, sich selbst ein Schwein halten zu wollen, muss besondere...

Wenn auf dem Erlebnisbauernhof der Grünen Woche die Ferkel quieken, hüpft auch das Herz des Großstadtmenschen. Mancher Besucher wäre jetzt gerne mal Landwirt, mit Kühen, Hühnern, Schweinen. Doch wer sich ein Nutztier anschaffen will, muss nicht unbedingt Bauer sein. Das Bundeslandwirtschaftsministerium lobt sogar Hobby-Züchter, die oft seltene Rassen hielten und dadurch „für die Erhaltung der tiergenetischen Vielfalt von Bedeutung sind“.

Allerdings sollten sich Hobby-Tierhalter lieber gleich mehrere Tiere kaufen. Eine einzelne Kuh, ein Schaf oder ein Schwein fühlen sich ziemlich allein, es sind Herdentiere. „Natürlich müssen die Nutztiere artgerecht gehalten werden“, sagt Evamarie König vom Berliner Tierschutzverein, der auch das Tierheim in Falkenberg betreibt. Was artgerecht ist, formuliert das Tierschutzgesetz so: Die Tiere müssen „ihrer Art und ihren Bedürfnissen entsprechend angemessen gepflegt, ernährt und verhaltensgerecht untergebracht werden“.

Womit der Balkon als Gehege für Kuh oder Schwein aus dem Rennen ist. Solche Nutztiere brauchen Auslauf, eine Weide mit Unterstand und Zugang zu frischem Wasser. Für Schweine und Geflügel gibt es spezielle Bestimmungen. Die Legehennenverordnung zum Beispiel legt fest, dass neun Hennen nicht weniger als einen Quadratmeter Platz haben dürfen.

Wer sich ein Nutztier kauft, muss es beim bezirklichen Veterinäramt anmelden. Die Tiere werden gekennzeichnet und erhalten eine Registriernummer, Pferde sogar einen Pass, erklärt die Senatsgesundheitsverwaltung. Und wer mit dem Fleisch seiner Schweine handeln möchte oder mit der Milch seiner Kühe, muss darüber hinaus eine Zulassung beim Landesamt für Gesundheit und Soziales beantragen.

Nutztiere, denen es bei den Haltern schlecht erging, nimmt seit Sommer 2008 das Tierheim auf. Derzeit lebt dort Schwein Eddi. Die Besitzerin musste es abgeben – wegen Problemen mit den Nachbarn. (Siehe S. 23)

Weitere Informationen zur Nutztierhaltung gibt es beim Landesamt für Gesundheit und Soziales oder beim Berliner Tierschutzverein:

www.berlin.de/lageso

www.tierschutz-berlin.de

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