Grunewaldturm : Wiedereröffnung im Sommer

Seit Oktober 2007 ist der Grunewaldturm für das Publikum gesperrt. Nun ist ein Ende der Bauarbeiten in Sicht. Das freut vor allem Restaurantchef Björn Hansow.

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Über der Havel. Seit Monaten ist der Grunewaldturm - 55 Meter hoch, im Jahr 1899 eingeweiht - eingerüstet.Foto: Cay Dobberke

„Wiedereröffnung: voraussichtlich Mitte 2009“, steht auf dem Faltblatt über den Grunewaldturm, das im Restaurant unter dem 110 Jahre alten Baudenkmal an der Havelchaussee ausliegt. Die Broschüre der Stadtentwicklungsverwaltung ist damit erkennbar veraltet, denn der Turm und seine Aussichtsplattform mit Blick auf die Havel sind noch immer eingerüstet. Seit Oktober 2007 ist er für das Publikum gesperrt, nachdem ein denkmalpflegerisches Gutachten der Berliner Forsten gefährliche Schäden an der Treppenanlage aufgezeigt hatte. Später wurden weitere „starke Korrosionsschäden“ am Turm entdeckt, wie die Senatsverwaltung erklärt. Jetzt rechnet sie für Juni bis Juli mit dem Ende der Arbeiten.

Darauf wartet vor allem Björn Hansow, der das Restaurant im Oktober 2008 neu eröffnet und um einen Biergarten mit 800 Plätzen ergänzt hat. Seit Donnerstag gibt es eine modernere Küche: In einem 170 Quadratmeter großen Anbau haben bis zu 14 Mitarbeiter Platz – statt bisher nur drei in der alten Küche. Rund 150 000 Euro zahlte Hansow für die Ausstattung nach neuesten Hygienestandards. Das Küchenhaus wurde für 400 000 Euro von den Berliner Forsten aus Holz errichtet, das aus der Region stammt. Die Forstbehörde ist der Vermieter und stolz auf die Öko-Bauweise.

Weil der Turm geschlossen ist, kommen derzeit aber keine Busse mit Touristen und Ausflüglern. Den entgangenen Umsatz schätzt der Wirt auf mehrere hunderttausend Euro. Immerhin wurde ihm vorübergehend die Pacht ermäßigt. Hochzeiten und andere Festveranstaltungen tragen dazu bei, dass der Betrieb sich hält. „Bei gutem Wetter können wir uns nicht beklagen“, sagt Hansow. Er macht auch niemandem Vorwürfe und sagt, das Ausmaß der Schäden am Turm sei nicht absehbar gewesen.

Der Grunewaldturm war einst auf Veranlassung des Landkreises Teltow als „Kaiser-Wilhelm-Turm“ gebaut worden, um an den deutschen Kaiser und preußischen König Wilhelm I. zu erinnern – dies ist bis heute an Inschriften und dem Marmorstandbild in der Halle erkennbar. Architekt Franz Schwechten baute unter anderem auch die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Breitscheidplatz. Die erste umfassende Sanierung gab es in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts.

Informationen im Internet:

www.restaurant-grunewaldturm.de

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