Heiner Lauterbach : Die Lachtherapie

Heiner Lauterbach spielt im Renaissance-Theater einen Chefarzt. Sowohl er als auch seine Schauspielerkollegen sollen bei der Erarbeitung des Stücks viel Mitspracherecht gehabt haben.

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Heiner Lauterbach (rechts) spielt in „Doppelzimmer“ einen Chefarzt. Foto: promo

Einmal die Geschichte einer Figur von Anfang bis Ende durchspielen, in diesen Genuss kommt Heiner Lauterbach nicht häufig. „Beim Film fangen wir meist am Ende der Story mit dem Drehen an, und es gibt fast nie die Chance, den Plot als organische Einheit zu erleben“, sagt der 56-jährige Schauspieler. Bei dem Theaterstück „Doppelzimmer“, das am Donnerstag mit Lauterbach und Christoph Ohrt („Edel & Starck“) im Renaissance-Theater Premiere feiert, wird das anders sein.

Die Autorin der temporeichen Satire um eine Privatklinik, in welcher der Chefarzt, gespielt von Lauterbach, lieber eine gefährliche und damit kostspielige Diagnose zu viel als zu wenig stellt, heißt Stella Muller. Lauterbach lernte die 1955 in Santiago de Chile als Kind deutscher Auswanderer geborene Arzttochter bereits 1983 bei Dreharbeiten in den Bergen Chiles kennen. Als die medienscheue Autorin 2007 ihr erstes Theaterstück „Doppelzimmer“ beendete, sicherte Lauterbach sich sofort die Rechte an dem Werk. „Es ist sehr witzig und unterhaltend, und ich freue mich, darin mit meinem alten Kumpel Christoph auf der Bühne zu stehen“, sagt der Schauspieler, der mit Ohrt bereits in den Achtzigern mehrere Filme drehte.

Auch den Regisseur Pascal Breuer kennt Lauterbach schon lange: Der 46-jährige Schauspieler hat 1993 die Hauptrolle in einer Eurocops-Folge gespielt, in der Lauterbach Regie führte. „Pascal leidet nicht an der für viele Regisseure typischen Profilneurose, sich durch eine Inszenierung unbedingt selbst verwirklichen zu müssen“, sagt Lauterbach. Sowohl er als auch seine Schauspielerkollegen hätten bei der Erarbeitung des Stücks viel mitreden können.

Auch wenn die Theaterproduktion quasi zum Aufwärmen schon durch rund 40 kleinere deutsche Städte getourt ist, sind Lauterbach und der Rest des Ensembles bereits ab dem heutigen Montag zu letzten Proben im Renaissance-Theater. „Es ist toll, hier spielen zu dürfen, das Art-Déco-Theater ist unglaublich schön und ansprechend, und ich freue mich sehr, dass das Haus erhalten werden konnte“, sagt Lauterbach. Fast immer, wenn er in Berlin ist, steigt der mit seiner Familie am Starnberger See wohnende Schauspieler im Hotel Kempinski am Kurfürstendamm ab – so auch diesmal. Da Lauterbach sehr bemüht ist, auf sein Gewicht zu achten und fit zu bleiben, nutzt er regelmäßig das Laufband im hoteleigenen Fitnessraum. „Aber natürlich gehe ich abends nach wie vor gern zum Schlemmen ins Borchardt“, gibt er schmunzelnd zu. Ob ihm rund um die Theatervorstellungen, die bis zum 27. Februar angesetzt sind, viel Zeit für die Berlinale bleiben wird, bezweifelt Lauterbach. „Außerdem kommt meine Frau mit den zwei Kindern zu Besuch, und da steht dann anderes auf dem Programm – Knut zum Beispiel.“ Ein bisschen Erholung kann der vielbeschäftigte Schauspieler gut gebrauchen, denn im direkten Anschluss an seine Chefarztrolle in Berlin steht er bald wieder vor der Fernsehkamera: erst als Tierfilmer Bernhard Grzimek, dann in Jerusalem als Kommissar Michael Ochajon. „Über zu wenig Abwechslung kann ich mich wirklich nicht beklagen“, sagt Lauterbach. Eva Kalwa

Karten für „Doppelzimmer“ kosten zwischen 12 und 48 Euro. Infos und Tickets gibt es unter Telefon 312 42 02 und im Internet unter www.renaissance-theater.de.

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