Hochbegabung : Kleiner kluger Kopf

Konstantin ist zehn Jahre alt und liebt Zahlen. Jetzt ist er Meister im Gedächtnistraining geworden. Er merkte sich die Reihenfolge von 513 Nullen und Einsen.

Karolin Korthase
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Konstantin Skudler hat einen IQ von 140. -Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Mit Zahlen jonglieren – das ist die Lieblingsbeschäftigung von Konstantin Skudler aus Treptow. Zehn Jahre ist er alt und frisch gekürter norddeutscher Gedächtnismeister. In sieben Disziplinen konnte er sich am Wochenende bei den Sechs- bis Zwölfjährigen durchsetzen und ist somit für die deutsche Meisterschaft am 31. Juli und 1. August qualifiziert.

Ein kleines, ach was: ein großes Genie!

Zu den Aufgaben gehörten unter anderem das Merken von Spielkarten, Namen, Begriffen und historischen Daten. „Am meisten Spaß macht mir aber alles mit Zahlen“, sagt der Sechstklässler. In fünf Minuten musste er sich lange Zahlenreihen merken und danach fehlerfrei wiedergeben. Um das zu schaffen, braucht man nicht nur ein gutes Erinnerungsvermögen, sondern auch viel Fantasie: „Für jede Zahl habe ich ein Bild. Und durch das Zusammenfügen der Bilder auf einer Route kann ich mich an die Reihenfolge der Zahlen erinnern“, sagt Konstantin. Besonders aufgeregt sei er vor der Meisterschaft nicht gewesen. Schließlich war er vor einem Jahr schon bei den Gedächtnisweltmeisterschaften in Bahrain und hat auch dort gewonnen: In einer halben Stunde konnte er sich die Reihenfolge von 513 Binärzahlen – also Nullen und Einsen – einprägen und wurde damit Gedächtnisweltmeister bei den Kindern.

Seine Mutter sieht die Erfolge ihres hochbegabten Sohnes gelassen: „Er hat einfach Spaß an Zahlen und kann sich gut konzentrieren“, so Christiane Skudler. Die Schnelligkeit, mit der Konstantin die Gedächtnisaufgaben löst, hat ihrer Ansicht nach auch nicht viel mit seiner Hochbegabung zu tun: „Das könnten viele Menschen – es ist einfach eine Sache der Übung.“

Seine besondere Begabung erkannten die Eltern schon, als er drei Jahre alt war. Eine Hochbegabtenschule kam für sie aber nicht infrage – ihr Sohn, der einen IQ von 140 hat, sollte so normal wie möglich aufwachsen. Deshalb lernt er nebenbei auch noch Klavier, singt im Chor und geht zum Karate.

Momentan besucht er die sechste Klasse in der wissenschaftlich-mathematisch ausgerichteten Heinrich-Hertz- Oberschule in Friedrichshain. Da er schon mit fünf Jahren in die zweite Klasse eingeschult wurde, ist er zwei Jahre jünger als seine Mitschüler. Mathe ist natürlich sein absolutes Lieblingsfach, aber sonst mag er auch Erdkunde und Sport. Am meisten freut er sich allerdings immer auf das Gedächtnistraining, das zweimal im Monat mit seinem Lehrer Michael Gloschewski stattfindet. Denn schließlich will er am liebsten auch mal Gedächtnistrainer werden.

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