Im Botanischen Garten Dahlem : Kindermusical "Das Dschungelbuch" vorgestellt

Im März zeigen Regisseur Christian Berg und Komponist Konstantin Wecker im Wintergarten-Varieté für gut zwei Wochen ihr Dschungelbuch-Musical.

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Dschungelcrew: Berg (li.) und Wecker (re.) mit "Mowgli" und dem Bären "Balou. Foto: dpa
Dschungelcrew: Berg (li.) und Wecker (re.) mit "Mowgli" und dem Bären "Balou.Foto: dpa

Draußen schneit’s. Aber drinnen, zwischen Dreikantpalmen und Riesenbambusstangen, ist es heiß und feucht. Kein Wunder, dass Balou der Bär in seinem abgewetzten Plüschpelz schwitzt. Er fächelt sich mit seinen dicken Handschuhpranken Luft zu. Das hilft kaum, aber der Mann im Bärenkostüm ist Profi, er lächelt und singt: „Im Tschu-Tschu-Tschu-Dschungel, wir tanzen immerzu im Dschungel.“ Im Chor mit Mowgli, Konstantin Wecker und Christian Berg.

Komponist Wecker und Regisseur Berg, die Macher des Kindermusicals „Das Dschungelbuch“, haben ins große Tropenhaus im Botanischen Garten in Dahlem eingeladen, um für ihr Gastspiel im Wintergarten an der Potsdamer Straße zu werben: Vom 10. bis 26. März läuft das Musical nach dem Roman von Rudyard Kipling dort. Und natürlich haben sie ihre Hauptdarsteller mitgebracht: die barfüßige Raphaela Steiner als Dschungelkind Mowgli und den fast doppelt so großen Dirk Hinzberg im Kostüm des Bären Balou. „Es gibt Angenehmeres, als im Flokati durchs Tropenhaus zu tanzen“, sagt Hinzberg nach der Gesangseinlage. „Aber das gehört nun mal dazu und ich bin nicht der Einzige, der so dick eingepackt wird.“

Christian Berg trägt im Tropenhaus Sakko und einen Schal im Partnerlook mit Konstantin Wecker. Auf der Bühne aber schlüpft er in das Fell des bösen Tigers Shir-Khan. Zehn Kindermusicals hat der ehemalige Zirkusclown schon auf die Bühne gebracht und meist übernimmt er die Rollen der Bösewichte – die findet er interessanter als die Guten. Ach nein, es sei überhaupt nicht schlimm, seinen Balou-Darsteller in so ein Fell zu stecken: „Der hätte eben was Ordentliches lernen müssen“, flachst Berg.

Bei so viel Dschungel liegen Fragen nach dem zurzeit allgegenwärtigen Dschungelcamp nahe: „Mein persönliches Dschungelcamp heißt Konstantin Wecker“, sagt Berg mit einem grinsenden Seitenblick auf den Komponisten. Dann wird er ungewohnt ernst: „Ich würde lieber im Botanischen Garten Tickets abreißen, als dort mitzumachen.“ Die Sendung verblöde und verrohe Kinder. Und die sind ihm wichtig. Das Dschungelmusical gibt es zwar schon seit fast zehn Jahren. Aber im vergangenen Jahr hat er es umgeschrieben, so dass es genau zu dem passe, was die Kinder heute mögen.

Eigentlich wollte Berg, dessen Stammtheater das Hamburger Schmidt’s Tivoli ist, schon letztes Jahr wieder ein Gastspiel in der Hauptstadt geben. Aber es sei schwierig gewesen, ein passendes Theater zu finden. Dann fiel ihm der Wintergarten ein. Der passe perfekt zum Musical.

Wintergarten-Chef Georg Strecker mag das Musical vor allem, weil es „logistisch so easy ist“: Es wird vormittags und nachmittags gespielt, aber es sei ganz einfach, danach die Bühne für die abendliche Wintergarten-Show umzubauen: Ab 5. Februar ist dort die Fünfziger-Jahre-Revue „Peppermint Club“ zu sehen. Für die Dekorationen sucht das Theater übrigens noch Requisiten aus den Fünfzigern als Leihgabe.

Wintergarten Varieté, Potsdamer Str. 96, Karten für das Dschungelbuch (13–69 Euro) und den Peppermint Club (19,50– 84,50 Euro) unter Tel. 588 433, Infos unter www.wintergarten-berlin.de

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