Köpenick : Der Mellowpark muss einen Abflug machen

Wut und Verständnislosigkeit sprechen aus Lars Glawes Augen, wenn er von der Zukunft seines "Mellowparks" spricht. Am Monatsende soll er umziehen, mitsamt den Basketball-Körben, den Skate- und BMX-Rampen, dem Beachvolleyballnetz und der Strandbar. „Aber ich bin skeptisch, ob das klappt“, sagt Glawe.

Maria Ugoljew
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Showtime. Zum Schluss wollen die Stammgäste noch mal Tricks zeigen. Foto: DavidsDAVIDS/Darmer

Seit 2001 gibt es das Freizeitareal auf der ehemaligen Industriebrache in der Friedrichshagener Straße in Köpenick, jetzt sollen hier Wohnungen entstehen. Lars Glawe, 31, ist seit vier Jahren Vorstandsvorsitzender des Vereins „Alleins“, der den Mellowpark betreibt. Heute hockt er in Jeans und lila T-Shirt auf der Parkbank, es ist das letzte Wochenende mit Programm – das offizielle Abschiedswochenende mit Musik, Basketball- und Volleyballturnieren, Skate-Shows, Graffiti-Aktionen, Breakdance-Vorführungen und Würstchenständen.

Der Mellowpark ist der größte Skate- und BMX-Park Berlins. Schon Ende 2008 gab es eine Räumungsklage. „Aber wir konnten die Saison 2009 noch für uns gewinnen“, erzählt Glawe. Der gelernte Einzelhandelskaufmann ist davon überzeugt, dass die Arbeit des Betreiber-Vereins nachhaltig ist: „Wir kümmern uns auf gute und moderne Art und Weise um die Kinder und Jugendlichen.“ Umso mehr liege ihm nun die letzte Party des Mellowparks – die dreitägige „Mellowparkjam“ – am Herzen.

Die Besucher vor Ort sind empört über die Parkschließung. „Ich habe hier mein halbes Leben verbracht“, sagt der 18-jährige Skater Philipp Linke aus Köpenick. Seit sechs Jahren besucht er fast täglich den Mellowpark mit seinen Freunden. An diesem Wochenende ist er einer von 100 ehrenamtlichen Festivalhelfern. Er räumt morgens den Parkplatz auf und übernimmt auch die Kasse. Dass es den Park bald nicht mehr geben werde, findet Linke „krass“. Schließlich sei er bei Skatern und BMX-Fahrern in Deutschland und der ganzen Welt bekannt. Die 16-jährige Julia Harris aus Lichtenrade ist bisher immer daran vorbeigefahren und nun zum ersten Mal hier. „Ich wollte den Park schon lange kennenlernen.“

Eigentlich sah es so aus, als hätte der Mellowpark eine neue Bleibe sicher – auf dem Gelände An der Wuhlheide 250, gegenüber vom Stadion des 1. FC Union. „Aber dann haben uns Grünflächenamt und Stadtplanungsamt doch noch Steine in den Weg gelegt“, sagt Lars Glawe. Jetzt müsse erst geprüft werden, ob auf dem Gelände möglicherweise schützenswerte Pflanzen wachsen.

Am heutigen Sonntag ist das Gelände an der Friedrichshagener Straße 10 unter dem Motto „Save The Best For The Last“von 14 bis 20 Uhr geöffnet. Das Tagesticket kostet fünf Euro, mehr Infos gibt es unter www.mellowpark.de

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