Komische Oper : Carl St. Clair will nicht mehr

Zwei Jahre vor seinem Vertragsende schmeißt der amerikanische Dirigent Carl St. Clair hin. Grund seien "künstlerische Differenzen". Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin wird nun ein anderer.

Carl St. Clair.
Carl St. Clair.Foto: dpa

Paukenschlag bei der Komischen Oper Berlin: Generalmusikdirektor Carl St. Clair (57) tritt zwei Jahre vor Auslaufen seines Vertrags Ende Juli ab. Der amerikanische Dirigent und Intendant Andreas Homoki machten am Montag „künstlerische Differenzen“ geltend. St. Clair war seit 2008 Generalmusikdirektor. „Ich schätze Carl St. Clair nach wie vor als einen außergewöhnlichen und hochinteressanten Musiker und bedauere es sehr, dass wir nicht zusammengefunden haben“, sagte Homoki. Die gemeinsamen künstlerischen Ziele, die bei der Bestellung des Musikdirektors formuliert worden seien, hätten sich in der täglichen Arbeit nicht umsetzen lassen. St. Clair hatte Anfang des Jahres angekündigt, die Oper 2012 zusammen mit Homoki zu verlassen.

Dieser wechselt, wie schon seit langem geplant, dann an das Opernhaus Zürich. Dass St. Clair nun schon zwei Jahre früher geht, kam für viele Beobachter überraschend. Zuletzt war eine Neuinszenierung von Beethovens „Fidelio“ mit St. Clair am Pult in Berlin auf ein sehr gemischtes Echo gestoßen. Bei der Premiere Ende April gab es Buhrufe. Weitere Neuproduktionen seiner Amtszeit waren Aribert Reimanns „Lear“, Verdis „La Traviata“, Puccinis „La Bohème“ sowie die Uraufführung von Christian Josts „Hamlet“. Die Oper will über ihre Pläne für die nächste Spielzeit in einer auf kommende Woche verschobenen Pressekonferenz informieren. Zum neuen Chefdirigenten berief Homoki den bisherigen Kapellmeister Patrick Lange, der erst 29 Jahre alt ist. Der Posten war bisher nicht besetzt. dpa

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