Kommentar : Ohne Ramsch

Straßenfesteschlechtfinden ist zu einfach. Bernd Matthies setzt sich für die kritische Würdigung im Einzelfall ein.

Bernd Matthies
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Bernd Matthies, Redakteur für besondere Aufgaben.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Straßenfesteschlechtfinden ist eine einfache Sache. Denn niemand wird behaupten können, dass es unbedingt nötig sei, für Chinapfanne, Sauforgien und Ein-Euro-Ramsch komplette Hauptstraßen zu sperren. Sicher, es gibt Feste, auf denen es nachbarschaftlicher, kultivierter zugeht, und es mag sein, dass diese Feste irgendeine nützliche Funktion erfüllen, und sei es nur jene, den Ladeninhabern der betreffenden Straße zu helfen. Doch welche Feste sind so?

Heinz Buschkowsky, der immer so verblüffend konkrete Politik macht, hat mit seinem Verbot sämtlicher Straßenfeste in Neukölln mal wieder einen Aufreger lanciert – und einen Punkt getroffen. Er stellt sich auf die Seite der Anwohner, die überwiegend unter den Randerscheinungen der Straßenfeste leiden, das gehört zu seinem Job viel eher als das Genehmigen wandernder Bierschwemmen.

Dennoch: Alle Feste pauschal zu verdammen, kann nicht das Ziel sein. Wenn Buschkowskys Vorstoß aber dazu führt, dass die Behörden genauer hinsehen und die Pläne nicht nur formal, sondern auch inhaltlich prüfen, wäre das ein wichtiger Schritt in Richtung Stadtkultur.

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