Lange Nacht der Opern und Theater : Mitternachtsspitzen

Von A wie Admiralspalast bis Z wie Zimmertheater Karlshorst: 51 Bühnen laden zur Langen Nacht der Opern und Theater. Ein Überblick über die Angebote.

Eva Kalwa

„Die ganze Nacht ist Bühne“ könnte frei nach Shakespeare das Motto der ersten Langen Nacht der Opern und Theater lauten. Denn von 19 bis 1 Uhr präsentieren sich am 25. April gleich 51 Berliner Bühnen mit kurzen Inszenierungen, Workshops, Führungen und vielem mehr. „Wir haben uns von dem großen Erfolg der Langen Nacht der Museen und der Wissenschaft inspirieren lassen“, sagt Friedrich Barner, stellvertretender Direktor der Schaubühne und einer der Initiatoren der Veranstaltung. Viele Berliner wüssten über das reiche Bühnenangebot der Stadt gut Bescheid, dennoch habe man auch als geübter Theatergänger vieles nur im Hinterkopf und nicht direkt vor Augen. „Unsere Grundidee ist, die weit über die Stadt verteilten Spielstätten zu präsentieren, kleine genauso wie große“, so Barner.

Die Angebote sind so vielfältig wie die Profile der teilnehmenden Spielstätten von A wie Admiralspalast bis Z wie Zimmertheater Karlshorst. Sie reichen von Puppen- und Marionettentheater über English Theatre, Varieté, Jugend-, Volks- und Improvisationstheater bis hin zu Tanz, Oper und klassischem Sprechtheater. Einiges, wie die quer durchs Repertoire führenden „Short Cuts“ am Deutschen Theater, ist nur in dieser Nacht oder an ungewöhnlichen Orten wie Foyers oder Hinterbühnen zu sehen. Es besteht auch die Möglichkeit, neue Spielorte zu erkunden wie die neue Heimstatt des Theaterdiscounters, die offiziell erst Mitte Mai eröffnet wird. Das genaue Programm und viele weitere Informationen rund um die Lange Nacht enthält am 22. April eine Extra-Beilage des Tagesspiegels, die die Lange Nacht präsentiert.

„Alle Häuser werden bemüht sein, einen zeitlichen Grundrhythmus einzuhalten“, so Kirsten Hehmeyer vom Hebbel am Ufer. Zu jeder vollen Stunde soll es einen etwa 30-minütigen Programmblock geben, damit die Besucher planen und möglichst viele Aufführungen erleben können. „Wir gehen davon aus, dass man an diesem Abend etwa vier bis fünf Stationen schafft“, sagt Wolf Kühnelt vom Organisator Kulturprojekte Berlin. Er erwartet, dass stündlich rund 1400 Menschen aus der Staatsoper strömen, um dann vom zentralen Sammelpunkt am Bebelplatz, wo der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, die Lange Nacht gegen 19 Uhr eröffnet, mit den eingerichteten Buslinien weiterzufahren. Bus-Guides sollen auf den sieben Busrouten die Fahrgäste darüber informieren, wo es vielleicht gerade zu längeren Wartezeiten kommt oder wo gute Aussicht besteht, sofort eine Inszenierung sehen zu können. Die Komische Oper sorgt gleich für den Fall eines größeren Publikumsandrangs vor und überträgt die Neuinszenierung von La Traviata auf eine Großleinwand vor dem Haus.

Wenn dann gegen 1 Uhr der letzte Vorhang fällt, ist die Nacht aber noch lange nicht vorbei: Die große Abschlussparty steigt im Theatersaal des Admiralspalastes, der sich nach den Auftritten des isländischen Tenors Gardar Thor Cortes und der Londoner Band Cesarians bis in die frühen Morgenstunden in einen Tanzsaal verwandelt.

25. April, ab 19 Uhr. Karten für 10 Euro gibt es am heutigen Freitag noch exklusiv in der Tagesspiegel-Geschäftsstelle, Potsdamer Str. 77-87, Tiergarten. Und ab morgen an allen Theaterkassen, BVG-Verkaufsstellen und -Automaten. VVK 12 Euro, AK 15 Euro. Infos: www.berlin-buehnen.de oder unter Tel. 47 99 74 44.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben