Monika Bleibtreu : Erinnerung an ein großartiges Lächeln

Der Gang über den roten Teppich fiel Moritz Bleibtreu am Samstagabend im Sony Center nicht leicht. Er war zur Premiere des verfilmten Krimi-Bestsellers „Tannöd“ gekommen – der letzte Kinofilm, für den seine Mutter Monica Bleibtreu vor der Kamera stand.

Sonja Pohlmann

Im Mai dieses Jahres war sie an Krebs gestorben. „Sie ist stehend k.o. gegangen“, sagte Moritz Bleibtreu in einer bewegenden Ansprache vor dem Film. Obwohl sie durch die Krankheit bereits geschwächt war, habe seine Mutter bis zur letzten Minute arbeiten wollen. Dafür waren ihre Kollegen auch noch am Samstag voller Bewunderung: „Sie hatte so viel Energie“, sagte Hauptdarstellerin Julia Jentsch. Brigitte Hobmeier erinnerte sich an einen der letzten Momente mit Monica Bleibtreu am Set: „Wir haben uns unterhalten, und ich habe noch heute ihr großartiges Lächeln vor Augen.“ Andrea Maria Schenkel, die den Krimi-Bestseller geschrieben hat, bedauerte, Monica Bleibtreu nicht mehr sagen zu können, „wie toll ich sie in dem Film finde.“ Kurz vor der Premiere waren die Schauspieler und Filmproduzent Bernd Eichinger zusammengekommen, um Monica Bleibtreu in kleiner Runde zu gedenken. „Für mich ist die Premiere eine bedrückende und gleichzeitig beglückende Situation“, sagte Moritz Bleibtreu im Kinosaal. Er sei einerseits froh, dass seine Mutter noch mit viel Freude und Spaß drehen konnte. Andererseits erinnere der Film an ihre letzten Lebenstage. „Ich schaffe es deshalb noch nicht, mir heute den Film anzusehen“, sagte Moritz Bleibtreu und kämpfte mit den Tränen. Er wünschte sich jedoch, dass das Publikum den Film nicht unter dem Aspekt des Todes sehe, sondern genieße und „meine Mutter als das sieht, was sie ist, nämlich die größte Schauspielerin, die es je gegeben hat.“ Als der Abspann lief, blieb es im Kinosaal zunächst still, ein Moment des Gedenkens – dann aber kam der Applaus umso heftiger.

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