Musik : Altbischof Huber wird neuer Chef der Brandenburgischen Sommerkonzerte

Wolfgang Huber, langjähriger Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche, ist künftig Chef der Brandenburgischen Sommerkonzerte. Damit löst er Werner Martin als Kuratoriumsvorsitzenden ab.

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Wolfgang Huber wird nun vom Zuhörer zum Organisator.
Wolfgang Huber wird nun vom Zuhörer zum Organisator.Foto: Mike Wolff, TSP

Der langjährige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Altbischof Wolfgang Huber, wird die Nachfolge von Werner Martin als Kuratoriumsvorsitzender der Brandenburgischen Sommerkonzerte antreten. Der Gründer verabschiedete sich am Samstagabend beim Scheunenfest in Freesdorf „in die zweite Reihe“. Dass eine Flasche Rotwein als Staffelstab diente, hatte einen tieferen Grund. Viele Begegnungen, die dazu beigetragen haben, dass die Klassiker auf Landpartie eine der schönsten und erfolgreichsten Geschichten im Prozess der Wiedervereinigung wurden, standen unter dem Motto: „Das Schlimmste, was uns passieren kann, ist, dass wir ein gutes Glas Wein zusammen getrunken haben.“

Das Beste, was passiert ist, kam in zahlreichen Lobreden vor dem Konzert in der St. Nicolaikirche in Luckau und später in der Scheune zur Sprache. Über viele Schwierigkeiten und Vorbehalte, die am Anfang dieses Festivals standen, half vor zwanzig Jahre das Fontane-Wort hinweg: „Das Beste, dem du begegnen wirst, werden die Menschen sein.“ Menschen zusammenzubringen war die große Gabe des brandenburgischen Pfarrerssohnes Werner Martin, der in West-Berlin ein gut vernetzter Rechtsanwalt geworden war. Ministerpräsident Matthias Platzeck dankte dem „Vater, Initiator, Impulsgeber, Antreiber und unermüdlichen Brückenbauer“, dass er immer wieder darum gekämpft habe, diesem Festival ein hohes Niveau zu geben. Er hob hervor, dass Brandenburger inzwischen oft die Hälfte der Konzertbesucher stellen. Der frühere Pfarrer von Kloster Zinna, der zu den ersten Unterstützern gehört hatte, erinnerte sich, wie anfangs noch Karten gegen selbstgebackene Blechkuchen getauscht wurden. Die Luckauer Pfarrerin Kerstin Strauch freute sich, wie viele ihrer Kollegen in den letzten zwanzig Jahren, dass ihre Kirche mit weit über 1000 Gästen „mal wieder so richtig voll“ war. Die Potsdamer Kammerakademie führte Mozarts Klarinettenkonzert A-Dur mit dem mit eleganter Leichtigkeit spielenden elsässischen Solisten Paul Meyer auf, außerdem Mozarts Sinfonie Nr. 40 g-Moll, Edward Elgars Serenade e-Moll für Streicher und Samuel Barbers Adagio for Strings.

Viele Pioniere der frühen Jahre trafen sich hier nach langer Zeit wieder. Zum ersten Mal dabei war Maren Otto, deren Mann Werner Otto zu den frühen Sponsoren gehört hatte.

Der künstlerische Leiter der Konzerte, Joachim Pliquett, versprach, dass die Leitmotive wie das Gesamterlebnis von Natur und Kultur, Bestand haben werden, auch wenn der Zeit entsprechend die Atmosphäre weniger familiär und privat sein werde.

Ex-Minister Jörg Schönbohm hob hervor, dass den Sommerkonzerten gelungen sei, was die Politik nicht geschafft habe, Berlin und Brandenburg zusammenzuführen. Wolfgang Huber ergänzte, dass dies auch der Evangelischen Kirche schon früh gelungen sei. Bislang habe er sich bei den Konzerten sehr entspannt gefühlt als Begleiter seiner Frau Kara, die bereits im Vorstand arbeitet. Das könnte sich nun ändern.

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