Pamukkale-Brunnen : Anwohner wollen Görlitzer Park verschönern

Im Görlitzer Park wollen Anwohner die Ruine des einstigen Pamukkale-Brunnens verschönern - und alte, seltene Obstsorten pflanzen.

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Schattenspender. Im nächsten Jahr sollen im Görlitzer Park Äpfel reifen. Jetzt werden Sponsoren und Baumpaten gesucht. Foto: Mike Wolff
Schattenspender. Im nächsten Jahr sollen im Görlitzer Park Äpfel reifen. Jetzt werden Sponsoren und Baumpaten gesucht. Foto: Mike...

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Geheimrat Oldenburg ist fein süßsäuerlich. Im Herbst 2011 werden Berliner im Görlitzer Park einfach die Hand ausstrecken, einen Geheimrat pflücken und dann in seine gelbgrüne bis rote Schale beißen können – wenn es nach Claudia Spiller und anderen Anwohnern des Parks geht. Sie wollen dort Apfelsorten und weitere Obstbäume pflanzen und pflegen. „Im Moment ist der Park ja eher eine Steppe“, sagt Claudia Spiller. Nicht nur deshalb hatte die 41-Jährige die Idee, daraus einen Obstgarten zu machen: „Mit alten Sorten wie dem Geheimrat, die sonst nicht mehr angebaut werden.“

Claudia Spiller gehört zu der Umwelt- Bürgerinitiative „In Transition SO 36“ und hat sich gemeinsam mit den anderen Mitgliedern an der Ideenwerkstatt Görlitzer Park beteiligt. Die hatte das Bezirksamt nach dem Abriss der Natursteine vom Pamukkale-Brunnen organisiert. Einige Ideen fanden besonderen Anklang – wie die Obstbäume. „Man könnte die Bäume rund um die amphietheaterartige Ruine des Brunnens setzen, um sie so aufzuwerten“, sagt Claudia Spiller. Aber ganz hätten sie sich noch nicht auf diesen Ort festgelegt. Das Grünflächenamt habe ihnen aber schon eine Genehmigung zum Pflanzen erteilt. Um die Obstbäume aber tatsächlich in den Park zu holen, fehlen noch Sponsoren und Baumpaten, die beim Gießen helfen. Es gebe weder vom Bezirks- noch vom Grünflächenamt finanzielle Unterstützung.

Ein ganz besonderer Spender habe sich aber schon gefunden: „Der Enkel des Geheimrats hat uns kontaktiert und angeboten, einen Baum zu finanzieren“, sagt Claudia Spiller. Das Grünflächenamt wolle Schläuche zum Gießen zur Verfügung stellen. „Alle sind uns gegenüber sehr wohlwollend, auch das Bezirksamt.“ Kein Wunder, denn die Mitglieder der Bürgerinitiative haben sich Gedanken über ein seit langem existierendes Problem gemacht: „Es ging uns darum: Wie kriegen wir diesen übernützten Park in den Griff, den das Grünflächenamt nicht wässern kann?“ Zum Beispiel durch mehr Eigenverantwortung der Anwohner.

„Die große Idee ist eigentlich ein interkultureller Garten.“ Deshalb will die Bürgerinitiative die Bäume gemeinsam mit dem Türkisch-Deutschen Umweltzentrum pflanzen und umsorgen. Beim Zentrum kennt man sich damit aus, schließlich ist es für einen „Interkulturellen Biogarten“ auf dem Kinderbauernhof im Park verantwortlich.

Zu den Obstbäumen soll es auch einen Lehrpfad und Kurse über Anbau und Verarbeitung geben. „Essbare Landschaften“, hat die Bürgerinitiative das Projekt genannt. Beim Essen und Verarbeiten ist Claudia Spiller Spezialistin: Wenn sie davon spricht, wie sie Marmelade und Chutney kocht, gerät sie ins Schwärmen. Und beim Essen auch: „Wenn uns nächstes Jahr tatsächlich die Früchte in den Mund fallen würden, das wäre schön.“

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