Rekordjahr : Erfolgreiche Diva Friedrichstadtpalast

Der Friedrichstadtpalast meldet Rekordumsatz, vor zwei Jahren stand er noch kurz vor der Insolvenz. 17,25 Millionen Euro Ticketumsatz meldet das Haus unter dem Vorsitz von Berndt Schmidt.

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Großartige Zeiten für den Friedrichstadtpalast. -Foto: dpa

Leistung lohnt sich und Erfolg zahlt sich aus – jedenfalls auf den Brettern, die die Welt bedeuten: Der Friedrichstadtpalast meldet nach einem ersten Kassensturz, dass er 2009 mit 17,25 Millionen Euro den besten Ticketumsatz aller Zeiten erzielt hat. Europas größte Showbühne übertrifft damit das bisherige Rekordjahr 2002 mit 15,95 Millionen um 1,3 Millionen Euro – und das inmitten der Wirtschaftskrise, die sich auch in den familiären Haushaltsbudgets bemerkbar macht. Dennoch kamen im vorigen Jahr genau 431836 Gäste in den Show-Tempel an der Friedrichstraße, das waren 71 135 mehr als im Jahr zuvor. Rechne man Hausvermietungen wie Konzerte oder Ballettabende dazu sowie die Berlinale mit ihrer XXL-Leinwand auf der großen Bühne und die Besucher in der einstigen „Kleinen Revue“, dem heutigen Quatsch Comedy Club, strömten fast 700 000 Gäste in den Tempel der leichten Muse.

„Damit bleibt der Friedrichstadtpalast der mit Abstand größte Publikumsmagnet unter allen Berliner Bühnen“, tönt es stolz aus dem Büro des Intendanten Berndt Schmidt. Dort rechnet man mit einem Jahresplus von 600 000 Euro – und das, nachdem 2008 noch ein Minus von 3,3 Millionen Euro (2007 gar 3,9 Millionen) in der Kasse klaffte. 2008 stand das Haus kurz vor der Insolvenz, erhielt vom Senat ein 3,5-Millionen-Euro-Darlehen. Und nun dieser Erfolg.

Die Gründe? Der Touristenstrom nach Berlin hält an. Der Friedrichstadtpalast ist immer öfter im Fernsehen präsent, hier möchte man mal gewesen sein. Die winterliche Kinder-„Schneekönigin“ ist bis 31. Januar fast ausverkauft. Die „Winterträume“ waren im Dezember zu 99,3 Prozent ausgelastet. Und: Per Mundpropaganda spricht sich herum, dass sich in der Erfolgsshow „Qi“ auf, über und unter der Bühne die aufregendsten Dinge abspielen. In dieser Inszenierung (wieder ab 27. Februar) zeigte das Haus, dass es ungleich mehr als seinen berühmten Girltanz auf 64 Beinen zu bieten hat.

Das Publikum ist schon jetzt gespannt, wie der Palast die Schau der Superlative ab 2. September mit dem neuen Programm „Yma – zu schön, um wahr zu sein“ toppen wird. Intendant Schmidt lobt das Potenzial seines Hauses. „Wir bleiben aber dennoch auf dem Boden und wachsam, denn Erfolg ist eine launische Diva“. Lothar Heinke

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