Sommerfest im Schloss Bellevue : Die Einstandsparty des neuen Präsidenten

Wenige Stunden nach seiner Ankunft im Schloss Bellevue war Bundespräsident Christian Wulff schon Gastgeber für 5.000 Gäste beim Sommerfest.

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Prächtiger Abschluss eines gelungenen Festes. Wir zeigen Impressionen vom Sommerfest in Bellevue.Weitere Bilder anzeigen
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03.07.2010 11:27Prächtiger Abschluss eines gelungenen Festes. Wir zeigen Impressionen vom Sommerfest in Bellevue.

Viel Zeit zum Einarbeiten blieb ihm nicht. Aber dann legte der neue Bundespräsident Christian Wulff zusammen mit Frau Bettina einen richtig gelungenen und auch einnehmenden Start hin als neuer Hausherr im Schloss Bellevue hin. Am Freitagabend, nur wenige Stunden nach der Vereidigung und dem Einzug mit militärischen Ehren, begrüßte er rund 5000 Gäste beim traditionellen Sommerfest souverän und humorvoll. Dazu eingeladen hatten noch Horst Köhler und Frau Eva Luise.

„Eine schönere Art der Amtseinführung kann man sich nicht vorstellen, als gemeinsam ein solches Fest zu begehen“, sagte Wulff zur Begrüßung. Mit ihm auf der Bühne stand Frau Bettina im blaugrünen kurzen Seidenkleid mit ellbogenlangen Ärmeln. In den Sitzreihen saßen unter anderem den früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Bundesratspräsident Jens Böhrnsen, der Doyen des Diplomatischen Corps, Jean-Claude Périsset, Frank Walter Steinmeier, Jürgen Trittin, Renate Künast, Joachim Gauck, Wolfgang Thierse und die Minister Kristina Schröder, Dirk Niebel und Norbert Röttgen.

Auch an die vielen engagierten Bürger wandte sich der Präsident als „Gäste, die zeigen, wie reich Deutschland an Menschen ist, die sich einsetzen.“ Die erste Begegnung mit den Mitarbeitern muss wohl erfolgreich verlaufen sein. Es sei eine wundervolle Erfahrung, dass diese Mitarbeiter eine erfolgreiche Präsidentschaft wollten: „Da kann man was Tolles draus machen“, freute sich der neue Präsident. Nach einem ersten Rundgang, immer wieder angesprochen von Gästen, nahm er wieder Platz, Sohn Linus auf dem Schoss und Leander, den siebenjährigen Sohn von Bettina Wulff zwischen sich und seiner Frau. So lauschte die Familie dem Bundesjugendorchester, das von Kurt Masur dirigiert wurde.

Auch ganz Persönliches kam schon zur Sprache. Bettina Wulff verriet, dass die Familie nun wohnungssuchend sei, und dass sich ihr Mann beim Sponsorenrundgang bereits an den Chef einer großen Wohnungsbaugesellschaft gewandt habe. Der habe aber das Gefühl gehabt, aus seinem Bestand nicht das Richtige anbieten zu können. „Ein kleiner Garten sollte schon dabei sein, wegen der Kinder“, fügte Christian Wulff lächelnd hinzu. Die Frau des Bundespräsidenten erzählte auch, dass sie sich weiter einsetzen will für die Stiftung „Eine Chance für Kinder“. Dass sie aber auch ein tolles Gespräch mit Frau Köhler gehabt habe und „die Stiftungen, die sie an mich weitergeben will“ gerne übernehmen würde.

Nach der anstrengenden Woche wurde es nicht mehr allzu politisch. Er habe der Kanzlerin, die am Nachmittag runter geflogen sei nach Südafrika,, um in der Kabine die richtigen Tipps zu geben“, noch mal gesagt, auf wen man besonders achten müsse“, witzelte Wulff. Im Park flanierten derweil viele Botschafter, aber zum Beispiel Jette Joop, Vicky Leandros, Gloria von Thurn und Taxis und Ulrich Deppendorf. In diesem Jahr waren unter dem Motto „Freude – Veränderung – Zusammenhalt“ Menschen eingeladen, die sich in den vergangenen zwanzig Jahren um die Einheit verdient gemacht und das Land zusammengebracht haben.

„Joachim Gauck hob hervor, dass Wulff an diesem Abend „auch mal seinen Witz und seine Schlagfertigkeit“ gezeigt habe. „Wird schon“, fügte er trocken hinzu.

Zur Tradition des Festes gehören eigentlich Kälte und Regen. Deshalb standen auch wieder 4000 Schirme bereit, die beliebte Souvenirs sind. Auch darauf ging Wulff humorvoll ein: „Sie dürfen sie mitnehmen als Souvenirs an einen schönen Abend nach einer anstrengenden Woche.“ Diesmal durften bei mediterranen Temperaturen endlich auch mal duftige Sommerkleider zum Einsatz kommen. Am Freitag war eben vieles anders. Wie es sich für den Beginn einer neuen Ära gehört.

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