STADTMENSCHEN : Fernsehen ohne Ende

Je mehr Unterhaltungsmöglichkeiten man hat, desto weniger giert man danach, sich völlig zuzudröhnen. Insofern könnte das neue digitalisierte Fernsehen, zu dessen Ehren die Deutsche Telekom am Vorabend der IFA einen großen Empfang im Energieforum am Ostbahnhof gab, vielleicht zu noch disziplinierterem Film- und Serienkonsum beitragen. „Wer früher nehmen musste, was kam, ist heute sein eigener Programmchef“, schwärmte der Vorstandsvorsitzende René Obermann in einer kurzen Ansprache. Wie begeisterungsfähig die Manager selber sind, offenbarte T-Com-Vorstand Timotheus Höttges bei der Vorführung des TV-Wunders mit eingebautem Jugendschutz. Drei kleine, dezent grün blinkende Platten im Haus ersetzen demnach künftig den Gang zur Videothek und machen es möglich, ohne Probleme hintereinander zehn Folgen der Lieblingsserie zu sehen oder alle Spielfilm-Höhepunkte vom letzten Jahr an Ostern. Manche Gäste gaben unter der Hand allerdings zu, dass sie zum Fernsehen sowieso nur ausnahmsweise Zeit haben. Gekommen waren zahlreiche Prominente, darunter die Minister Peer Steinbrück und Ulla Schmidt, außerdem die unbeirrt rauchende Catherine Deneuve, Sabine Christiansen , Franz Beckenbauer, Regina Ziegler, Wolf Gremm, Elvira Bach, Maybrit Illner, Michel Friedman, der israelische Gesandte Ilan Mor, Patrick Graf von Faber-Castell und Lambertz-Chef Hermann Bühlbecker. „Berlin’s Best“, ein Zusammenschluss der besten Köche der Stadt, darunter Thomas Kammeier vom Hugos und Kolja Kleeberg vom VAU, kochten live. Eigentlich passe so eine teure Party ja nicht zum gegenwärtigen Sparkurs, hieß es seitens der T-Com-Manager. „Aber wir haben so etwas Tolles zu zeigen, da muss es trotzdem sein.“ Bi

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