STADTMENSCHEN : Hannawald fliegt auf Fußball

Früherer Ski-Star ist in Berlin zum Kicker geworden

Sven hat keine große Show veranstaltet. Sven ging einfach in die alte Mannschaftskabine, hat den Jungs einen Kasten kaltes Pils spendiert und die geputzten Fußballtöppen angezogen. „Sven hat null Allüren“, sagt Teamchef Stefan Schwaß, „der Sven ist einfach ein dufter Typ.“

Nun hat Sven noch einen Nachnamen, und wenn der Hannawald lautet, kapiert jeder, wer da seit einigen Wochen auf den grell-erleuchteten Kunstrasenplätzen am Jahnsportpark in Prenzlauer Berg mitkickt: Sven Hannawald, 33, ehemaliger Skispringer. Der Olympiasieger von 2002 spielt seit zwei Monaten beim FC Akzent in der Betriebssportliga.

„Der Kontakt kam über private Wege zustande, er wohnt ja in Friedrichshain“, sagt Teamchef Schwaß, der auch Geschäftsführer der Zeitarbeitsfirma Akzent ist, die ihren Sitz in Mitte hat. Seit sieben Jahren kicken die Mitarbeiter im Team – heute spielen sie in der höchsten Spielklasse, der Oberliga.

Hannawald ist am 28. September eingetreten. Der Trubel um seine Person war in den vergangenen Jahren ziemlich anstrengend: Erst gab es Magersucht-Gerüchte, schließlich klagte Hannawald über Burn-Out–Syndrom, ließ sich ärztlich behandeln und zog sich komplett zurück.

Jetzt spielt er in Prenzlauer Berg beim FC Akzent in einer Liga, in der er gegen die Berliner Feuerwehr antritt, die Landesbank/IBM oder das Bezirksamt Neukölln. Am vorigen Montag gab es eine 1:5-Niederlage gegen die BSG Viessmann; Hannawald und seine Jungs sind jetzt 10. von zwölf Teams. Nächste Woche geht’s gegen Gillette: Hannawald wird dabei sein und die rechte Außenbahn beackern und hinterher mit den Jungs ein Bier trinken. Ganz in Ruhe. AG

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