Varieté in Not : Wintergarten muss schließen

Ende Januar muss das Wintergarten-Varieté in der Potsdamer Straße schließen. 68 Mitarbeiter sind betroffen.

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Gibt auf. Der Geschäftsführer des Wintergarten, Frank Reinhardt. Foto: Thilo Rückeis

Vor 16 Jahren wurde das Varieté Wintergarten an der Potsdamer Straße von André Heller gegründet, seit langer Zeit steht am Eingang der Spruch: „Wenn Du nicht mehr an Wunder glaubst, dann komme hierher!“ – doch nun ist selbst im Wintergarten die Hoffnung auf ein Wunder erloschen: Das anfangs vielgerühmte Berliner Varieté im Stil der zwanziger Jahre wird am 31. Januar geschlossen, die mehr als 2000 Glühbirnen an seiner Fassade sollen für immer erlöschen. Das teilte der Geschäftsführer des Theaters in der Potsdamer Straße, Frank Reinhardt, am Dienstag mit.

Als Grund nannte er die negative wirtschaftliche Entwicklung in den vergangenen zwei Monaten, wegen der die Gläubigerversammlung einer Schließung zugestimmt habe. Betroffen sind 68 Mitarbeiter. „Wir haben alles versucht und wir hatten mit der Show ,Hotel California‘ 2008 auch einen Erfolg, aber es hat dennoch nicht gereicht“, sagte Reinhardt. Das Varieté hatte im Sommer vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet, nachdem die Auslastung zuvor teilweise bei unter 50 Prozent gelegen hatte. Der Spielbetrieb wurde trotzdem weitergeführt. Zurzeit läuft die Show „Orientalis“.

Der „Wintergarten“ war 1992 von André Heller mit dem Konzertmanager Peter Schwenkow sowie Bernhard Paul vom Zirkus „Roncalli“ eröffnet worden. Die Betreiber knüpften an die große Wintergarten-Tradition im Vorkriegs-Berlin an und wollten wieder „Lust am Varieté wecken“. Am Anfang war die Neugier groß, in den ersten Jahren kamen mehr als eine Million Besucher in den unsubventionierten „Wintergarten“, es gab Nachahmer in anderen Städten. Doch ab der Jahrtausendwende kehrte sich der Trend um. Peter Schwenkow, Vorstand der Deutschen Entertainment AG, verkaufte den Wintergarten dann im Frühjahr 2007 an eine Investorengruppe. (CS/dpa)

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