VBKI-Ball : Ein Ball wie auf Rosen

Berlins Wirtschaft traf sich auf dem Tanzparkett: 2700 Gäste kamen zum diesjährigen VBKI-Festball ins Hotel Intercontinental. Die Schirmherrschaft übernahm Bulgarien.

Elisabeth Binder

Berlin„Bulgarian Rose“ heißt die kleine, in einem traditionellen Holzgefäß verborgene Parfümprobe. Hübsche Trachtenmädchen reichen sie am Samstagabend den Gästen des VBKI-Festballs im Hotel Intercontinental zur Begrüßung. Dass Bulgarien das Land der Rosen ist, ist für viele, die ihr Leben als Wessis verbracht haben, immer noch neu. Aber dieser Ball eignet sich sowieso gut, überflüssige Vorbehalte über den Haufen zu werfen, weil er reichlich Gelegenheit für gute Gespräche bietet. Mit 2700 Gästen ist der letzte Ball der Saison auch einer der größten. Und einer der beliebtesten. „Wir hätten noch viel mehr Karten verkaufen können“, sagte Präsident des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI), Klaus von der Heyde.

Schirmherrin ist in diesem Jahr die rührige Botschafterin des Balkanlands, Melena Plugtschieva. „Am 1. März feiern die Bulgaren mit offenem Herzen und großen Hoffnungen auf Wohlergehen und eine gute Ernte das Frühlingsfest“, lobt der bulgarische Vizepräsident Angel Marin kurz vorm Eröffnungswalzer das sinnig gewählte Datum. Dass es ihm an diesem Abend nicht nur ums Tanzen geht, daran lässt er keinen Zweifel. Er hebt die dynamische Wirtschaft hervor und sagt unter Applaus: „Wir wünschen uns doch alle, dass aus Möglichkeiten Tatsachen werden.“ Die Botschafterin legt noch nach. Dies sei eine exzellente Gelegenheit, das Land zu präsentieren, spricht von großem Potenzial und großem Optimismus: „Es wachsen nicht nur die Wälder, es wächst auch die Wirtschaft.“ Es wächst offenbar auch die oft beschworene Strahlkraft Berlins in den osteuropäischen Ländern. Ein glanzvoller Ball kann so durchaus zur Initialzündung werden für neue Ideen und neue geschäftliche Verbindungen. Das Ambiente trägt dazu bei. Die schönen rot-weißen Kulissen sind schnörkellos und spiegeln die gelassene Eleganz der Gäste. Die Bulgaren haben Wein mitgebracht und die mit den roten Kerzen harmonierenden Rosengestecke. Zu denen passt auch gut das schwarzrote Rosenkleid von Ingrid von der Heyde.

Der Saal ist ähnlich gestaltet wie beim Bundespresseball, aber es gibt nur drei Gänge, was mehr Zeit zum Flanieren und Netzwerken lässt. Draußen warten sowieso überall Büfetts mit Sushi, Spanferkel, Lachs, und über dem Dessertbüffet thront eine süße Alexander-Newski-Kathedrale. Die guten Kostproben der bulgarischen Käse- und Aufschnittspezialitäten fügen sich nahtlos ein in das bewährte und in dieser Größenordnung schwer zu schlagende kulinarische Programm des Interconti-Teams.

„Bulgarien - Land der Vielfalt“ ist das Motto der Künstler, darunter die Eurovisionsteilnehmer Elitsa Todorova & Stoyan Yankoulov. Gäste wie Walter Momper, Thilo Sarrazin, Sir Peter Torry, Mercedes-Chef Walter Müller, Chirurg Roland Hetzer, Unternehmer Hartwig Piepenbrock, Arnulf Baring und Bernhard von der Planitz genießen den Verzicht auf alles, was nach Chichi riecht. Im Preis ab 190 Euro für Nicht-Mitglieder sind nicht nur gute Tanzmusik vom Filmorchester Babelsberg sowie die Büffets mit insgesamt 2000 Flaschen Champagner und 6000 Austern enthalten, sondern auch die Abwesenheit von allem Überflüssigen, wie halbseidenen TV- Sternchen und überteuerten Star-Auftritten. Bei ihrem Festball lächelt Berlins Wirtschaft – und zeigt sich von ihrer tüchtigsten Seite. 

0 Kommentare

Neuester Kommentar