Von Berlin nach Moskau und zurück : Der neue Adlon-Chef und seine Pläne

Der neue Platzhirsch ist da, hat sich einen Monat lang umgeschaut – und ließ sich nun von der Presse zum Frühstück ein wenig in die Karten schauen.

Nein: Oliver Eller, der neue 43-jährige Adlon-Direktor, ist kein Revolutionär, er wird aus dem Prunkhaus garantiert kein Hostel mit Matratzenlager machen. Aber: „Wenn es nur darum ginge, alles weiterlaufen zu lassen wie bisher, hätte ich nicht geholt werden müssen.“ Was er nun alles ändern will, darüber schweigt er noch diskret, doch es geht um die Erlebnisqualität, darum, den Service des Hotels in all seinen Möglichkeiten zu zeigen. Er sei, stellt er klar, jedenfalls nicht gekommen, um den Personalstand zu reduzieren. Und da er sich durch seine Körperform durchaus als Genießer zu erkennen gibt, wird man wohl auch um die anspruchsvolle Gastronomie des Hauses keine Angst haben müssen.

Eller, bislang Generaldirektor des Moskauer Ritz-Carlton, war zuvor auch schon im Ritz-Carlton Schlosshotel und im Ritz am Potsdamer Platz tätig. Er hat eine separate Wohnung im Adlon bezogen, sieht sich als immer ansprechbaren Teamplayer – und gibt zu Protokoll, dass er außer dem Kempinski-Vorstand nur Lisa, seiner achtjährigen Tochter aus erster Ehe, zu Willen sei. Mit ihr war er kürzlich in Paris und wählte, natürlich, ein Hotelzimmer mit Blick auf den Eiffelturm. Warum er das erzählt? Um klarzumachen, dass es in Berlin gewiss gut geführte Luxushotels gebe – aber nur eins am Pariser Platz mit Blick aufs Brandenburger Tor. „Lage, Lage, Lage“, das ist für ihn der entscheidende Punkt, da komme die Konkurrenz nicht heran. bm

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