Von „Berliner Luft“ bis „Brandenburg“ : Die Berliner und ihre Oden an die Stadt

Kaum ein Berliner Musiker, der seine Stadt nicht besungen hätte. Wir haben die zehn besten Berlin-Songs aus hundert Jahren zusammengestellt.

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Mit "Dickes B" lieferte die Berliner Band Seeed um Sänger Peter Fox (r) 2001 eine der Hauptstadt-Hymnen. Hier live und in action am 22.08.2013 in der Wuhlheide.
Mit "Dickes B" lieferte die Berliner Band Seeed um Sänger Peter Fox (r) 2001 eine der Hauptstadt-Hymnen. Hier live und in action...Foto: Matthias Balk / dpa

Eine Ode an die „Berliner Luft“ mit ihrem „holden Duft“ würde heute wohl niemandem mehr einfallen. Egal, das 1904 von Paul Lincke komponierte Operettenlied ist noch mehr als hundert Jahre später eine der Berlin-Hymnen schlechthin, am bekanntesten wohl in der Version von Zarah Leander.

Ich hab noch einen Koffer in Berlin“ singt Marlene Dietrich 1955 sehnsüchtig im fernen Paris. Hildegard Knefs „Berlin, dein Gesicht hat Sommersprossen“ (1966) ist eine Liebeserklärung an das unperfekte Berlin. Den Berliner Neue-Deutsche-Welle-Hit liefert die Band Ideal, „Ich fühl' mich gut, ich steh' auf Berlin!“ quietscht Annette Humpe 1980 ins Mikro.

Mit „Sonderzug nach Pankow“ wendet sich Udo Lindenberg 1983 an Erich Honecker: Ey, Honey, ich sing' für wenig Money / Im Republik-Palast, wenn ihr mich lasst und löste eine Debatte in der DDR-Regierung aus. Am 25. Oktober 1983 durfte Lindenberg im Palast der Republik auftreten.

Mit Schunkelfaktor und fetten Beats

Schlager mit Berliner Schnauze lieferte die Entertainerin Helga Hahnemann, besonders hoch ist der Schunkelfaktor bei „Hundert Mal Berlin“ von 1989. Drei Jahre später textet Harald Juhnke, der „Frank Sinatra Berlins“, einfach dessen New York-Hit um: Ich bin und bleib ein Stück von dir, Berlin, Berlin.

Ohne Streicher, dafür mit umso mehr Bass funktioniert Seeeds Tanznummer „Dickes B“ (2001). Christiane Rösingers „Berlin“ von 2010 ist zwar eher eine Antihymne, aber dennoch gleichermaßen gut wie wahr: Wenn die Sonne fehlt, wenn der Regen läuft / Wenn die Unterschicht das Kindergeld versäuft / Wenn die Hunde wachen, ihre Haufen machen / Ja, dann sind wir wieder in Berlin. Und Rainald Grebes „Brandenburg“ (ebenfalls 2010), ein Abgesang auf die Provinz, ist in Wahrheit natürlich auch ein Berlin-Song.

Die Liste könnte wohl ewig weitergeführt werden. Welche der großen Berlin-Hymnen haben wir Ihrer Meinung nach vergessen? Welches ist Ihr persönlicher Berlin-Song? Anregungen sind herzlich willkommen! Nutzen Sie einfach die Kommentarfunktion.

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