Stadtleben : Wenn Jollen durch Wellen pflügen

Erster Hochschulcup des Tagesspiegels

Moritz Honert

„Es gibt Menschen, die sagen, dass es sich beim Segeln um eine der teuersten und umständlichsten Möglichkeiten handele, um von Punkt A nach Punkt B zu kommen. Das stimmt schon, aber es ist auch die schönste und elementarste“, schwärmt Martina Rost, Direktorin für Hochschulsport an der Humboldt-Universität. Neben ihr stehen 13 weiße Jollen aufgereiht, auf kleinen Wagen zum Strand gerollt, bereit für den ersten Tagesspiegel-Hochschulcup, der am Sonntag auf dem Großen Wannsee, einige Buchten südlich des Strandbads, startete. Die Zeitung, Partner der Veranstaltung, hatte 2005 im Rahmen einer Uni-Kooperation drei Jollen gestiftet.

Studenten, Absolventen und Mitarbeiter der Berliner Universitäten konnten teilnehmen. Erfahrene Regattafahrer wie Anfänger hatten sich angemeldet. Ursprünglich wurde mit 56 Teilnehmern gerechnet, letztendlich wurden es mehr als 70. „Hätten wir mehr Boote gehabt, hätten wir noch mehr Leute segeln lassen können“, sagte Martina Rost. Auf der Warteliste standen noch 30 Leute. Wegen der zu wenigen Boote wurde die Regatta in mehreren Einzelrennen, sogenannten Fleets, entschieden.

Nach einer Begrüßung durch Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt und der Einweisung für die Steuermänner durch die Veranstalter wurden die Jollen gegen 11 Uhr zu Wasser gelassen, und auf ging es zur Startlinie mitten auf dem See.

Vom Ufer aus sahen die Zuschauer dabei zu, wie die Teams in den Minuten vor dem Start vor der Startlinie auf dem Wasser kreuzten. Dann ein Schuss, das Rennen hatte begonnen. Die Boote überquerten die Startlinie. Leider spielte der Wind bei den ersten Fleets nicht recht mit. Das dritte Qualifikationsrennen musste wegen einer Flaute sogar kurz nach dem Start abgebrochen und ein paar Minuten später neu gestartet werden.

Die Zuschauer überbrückten die Pause am Strand mit Musik, Getränken und Gegrilltem, schipperten mit dem großen TU-Einmaster „Pinguin“ herum oder testeten ihre Geschicklichkeit an einem Surfsimulator. Pünktlich zu jedem neuen Rennen richteten sich aber wieder alle Augen auf den See, auf dem traditionell die Studenten der Freien Universität trainieren.

„Wir haben diesen Ort für die Regatta ausgesucht, weil man hier die beste Sicht hat“, sagt Eduard Neuberg-Winkler, zuständig für den Wassersportbetrieb an der TU. Deren Studenten trainieren sonst auf dem Stößensee, die Segler der Humboldt-Universität auf dem Scharmützelsee. Mit den ungewohnten Bedingungen auf dem Wannsee arrangierten sich aber alle schnell. „Hier ist der Wind manchmal schwierig“, sagte die 25-jährige TU-Studentin Anika Frischwasser. „Bei uns ist er allerdings noch blöder.“ Zusammen mit ihrem Segelpartner Oliver van Bargen hatte sie sich im ersten Fleet fürs große Finale qualifiziert. Für Platz eins reichte es dann doch nicht. Um 17.45 Uhr stand fest: Izzet Furgac und Michael Katzmarek von der privaten Wirtschaftsuni Ota sind die Sieger. Tagesspiegel-Geschäftsführer Joachim Meinhold, FU-Präsident Dieter Lenzen und HU-Vizepräsident Uwe Jens Nagel überreichten Pokal und Einkaufsgutscheine. Nächstes Jahr soll es eine Neuauflage des Segelcups geben. Dann hoffentlich mit mehr Wind. Moritz Honert

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