STADTMENSCHEN : Comeback und Wunderkind

Foto: Thilo Rückeis
Foto: Thilo RückeisFoto: ddp

Sie haben es zuerst auf Facebook verkündet: „Knorkator drohen mit sich selbst“. Nicht mal zwei Jahre nach ihrem offiziellen Abschiedskonzert in der ausverkauften Columbiahalle wollen die Berliner Chaos-Musiker um Sänger Stumpen und Texter Alf Ator ihre eigene Auflösung rückgängig machen und bald wieder gemeinsam auf der Bühne stehen. Im nächsten Jahr soll es einige Auftritte geben, heißt es. Details sind noch geheim, als sicher kann aber gelten, dass zu den Knorkator-Liveshows wieder zertrümmerte Bühnendekos, Gemüseschlachten mit Fans und das Zurschaustellen von Tattoos und Bierbäuchen gehören. Vorher wollen die Musiker noch an Soloprojekten weiterarbeiten. Alf Ator tritt Sonnabend kommender Woche mit einem selbst geschriebenen Theaterstück im Admiralspalast auf. Und Sänger Stumpen will seinem Bassisten einen Gürtel zum Geburtstag schenken: „Totgesagte leben länger“ steht drauf. sel

Wer an schwarz-weißen Tasten schon vor 1000 Leuten konzertiert, wenn die Altersgenossen noch mit Bauklötzen spielen, heißt Wunderkind. Niu Niu ist ein Vertreter dieser Gattung: Der 13 Jahre alte Pianist aus China bekam mit drei Jahren den ersten Unterricht und studierte bereits mit sechs Jahren am Konservatorium in Schanghai. Am Mittwoch erhielt er den Prix Montblanc, einen Förderpreis für junge Musiker. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert. Mit seiner Mischung aus kindlichem Trotz und frühreifer Intelligenz sei der Preisträger „ein Wunderkind im besten Sinne des Wortes – ein Wunder und ein Kind“, sagte Dirigent Justus Frantz in seiner Laudatio. Niu Nius Hände sind erst seit kurzem groß genug, um Tschaikowski und Prokofjew spielen zu können. Hollywood-Star Daryl Hannah war zu Gast, auch Ex-Arbeitsminister Franz Josef Jung und Ex-Innenminister Otto Schily fanden sich im Konzerthaus auf dem Gendarmenmarkt ein. Frantz dirigierte im Anschluss Beethovens Siebte mit der Philharmonie der Nationen. jlu

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