STADTMENSCHEN : Im Adlon blüht die Lotusblüte

Foto: promo
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Am Namen müssen wir noch ein wenig üben, der geht nicht leicht von der Zunge. Denn auch der Nicht-Thailänder ahnt, dass „Sra Bua“ – auf Deutsch: Lotusblütenteich – nicht so treudeutsch ausgesprochen werden darf, sondern eher exotisch verschliffen. Tim Raue, der als Berater das Patronat über das neue Adlon-Restaurant übernommen hat, macht es überzeugend vor – aber entscheidend ist ja, wie alle Köche wissen, das auf dem Teller, und da kennt sich der Zwei-Sterne-Koch ohnehin aus. Am Donnerstagabend war offizielle Eröffnung des neuen Etablissements an der Adlon-Rückseite, das seinem üppig dekorierten Vorgänger „Ma“ optisch sehr ähnlich ist – hinzu gekommen sind Objekte und Bilder des Künstlers Stefan Szczesny, dafür mussten die antiken chinesischen Pferde wieder in die Obhut der Familie Jagdfeld galoppieren, die mit dem Restaurant nichts mehr zu tun hat.

Neuer Oberaufseher ist Adlon-Boss Oliver Eller, der auf ein bereits existierendes Konzept zurückgreifen konnte: „Sra Bua“ läuft bislang bei Kempinski in Bangkok, St.Moritz und Kitzbühel, aber es ist nur eine Idee, kein Rezept: Immer darf sich ein europäischer Koch auf eigene Art asiatisch selbst verwirklichen. Für Raue und Küchenchef Daniel Lengsfeld heißt das: Gekocht wird im japanischen Stil, aber mit thailändischer Würzkraft – vor allem Currys sollen das kulinarische Bild bestimmen, Teilen und Mitessen ist erwünscht. Die ersten Kostproben schmeckten vielversprechend und lösten bei Gästen wie dem israelischen Botschafter Yakov Hadas-Handelsman, dem Verleger Florian Langenscheidt und der Moderatorin Dunja Hayali einen lang anhaltenden Mehr-Reflex aus. Die neue Verbundenheit des Hotels mit dem Restaurant zeigt sich in einem Detail: Es kann jetzt aus dem Adlon direkt erreicht werden. bm

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