STADTMENSCHEN : Lieber mit Wohnwagen

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Ausgerechnet „Dogville“! Der 2003 gedrehte Film mit Nicole Kidman, der in einem Massaker an den Bewohnern eines Dorfes endet und den Anders Behring Breivik, der Massenmörder von Utøya, als einen seiner drei Lieblingsfilme genannt hatte. Und den sein Regisseur Lars von Trier deswegen jetzt bereut: „Dogvilles Schlussszene erinnert in sehr unangenehmer Weise an Utøya.“ Und nun ist genau dieser Film der erste, der bei dem ihm gewidmeten Festival im Babylon-Kino am Rosa-Luxemburg-Platz gezeigt wird, an diesem Freitag um 16.30 Uhr – und danach noch viermal. Das Programm am morgigen Sonnabend immerhin ist „Dogville“-frei, dafür kommt der dänische Regisseur selbst, um ab 19 Uhr im Gespräch einen Einblick in sein Denken und sein Werk zu geben.

Darüber hatte es im Mai während der Filmfestspiele in Cannes allerhand Irritationen gegeben, als sich der Regisseur bei der Pressekonferenz zu seinen Werk „Melancholia“ in fragwürdigen Formulierungen zu Hitler verhedderte und vom Filmfest verbannt wurde.

Sein Besuch in Berlin, Höhepunkt des bis zum 24. September dauernden Festivals, ist an sich schon bemerkenswert: Lars von Trier gilt als flugangstgeplagt und daher notorisch reiseunlustig, und er zieht, wenn sich solch ein Ortswechsel partout nicht vermeiden lässt, seinen Wohnwagen einem Flugzeug in der Regel vor. ac

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