STADTMENSCHEN  : Linker Monarch

Klaus Staeck zum Bremer Kohlkönig ernannt

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Eine plakative Kette wies Walter Momper am Mittwochabend als amtierenden Kohlkönig aus, und er wusste auch ganz genau, welche Verpflichtungen mit diesem Amt einhergehen: Viel Kohl essen, die entsprechenden Getränke zu sich nehmen, am besten Schnaps, und sich sehr für Bremen und Bremerhaven einsetzen. Staatsrätin Kerstin Kießler hatte zur Bremer Roland-Runde in die Landesvertretung eingeladen, um, einer alten norddeutschen Tradition folgend, einen neuen Kohlkönig zu wählen und den alten noch mal zu loben: „Walter trägt die Ordenskette mit der gleichen Würde wie einst den roten Schal.“ Bevor es an die Ernennung des neuen Königs ging, durften die Gäste, darunter die langjährigen Senatorinnen Ingrid Stahmer und Lore-Maria Peschel-Gutzeit, Finanzsenator Ulrich Nußbaum und StäV-Wirt Friedel Drautzburg sich mit Grünkohl und Pinkel für diese spezielle Variante hanseatischer Heiterkeit stärken. Auch ehemalige Kohlkönige waren gekommen, der frühere Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Werner Knopp, zum Beispiel, der vor Jahren den Anfang machte, und Staatsminister Bernd Neumann, der erste König, nachdem Kerstin Kießler die Leitung der Landesvertretung übernommen hat. Als neuen Kohlkönig rief sie schließlich Klaus Staeck aus, den Präsidenten der Akademie der Künste, der angesichts der Königssehnsucht der Deutschen für den Geistesadel als Alternative zum Geburtsadel stehe. Der tat sich „als überzeugter Demokrat und Republikaner“ zunächst scheinbar schwer mit seiner Dankrede auf den neuen Titel: „Da wird auch ein Satiriker ein bisschen wortkarg.“ Doch dann gewann er der Ehre lauter positive Aspekte ab. „Ich habe einige Preise gewonnen. Die meisten waren undotiert. Hier gibt es wenigstens ein warmes Essen“, sagte er unter vergnügtem Gelächter. Für ihn sei jede Veranstaltung der Ernstfall, fügte er hinzu und begründete folgerichtig seine besondere Tauglichkeit. Bei ihm zu Hause habe es an Festtagen immer Grünkohl gegeben. Er habe zudem immer geglaubt, dass die Zahl 13 ihm Glück bringe. 13. Kohlkönig zu sein sei also wirklich die Krönung. Seine Rede krönte er mit einer Vision von der Hansestadt, wie sie aussehen könnte, wenn sie sich mal ernsthaft mit Karnevalsviren infiziert: „Bremen tänzelt im Sambarhythmus.“ Bi

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