STADTMENSCHEN : Weiland verlässt das Interconti

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Foto: Kai-Uwe Heinrich
Foto: Kai-Uwe Heinrich

Berlins Hotelszene hat sich in den 20 Jahren seit dem Mauerfall ständig geändert. Immer wieder drängen neue Häuser auf den Markt, die Konkurrenz wird schärfer. Bei allem Wandel gab es eine feste Konstante in den vergangenen zwei Jahrzehnten: An der Spitze des Berliner Hotels Intercontinental stand seit 1991 Willy Weiland. Jetzt verlässt er die internationale Hotelkette. Am Montag informierte Weiland die 360 Hotelmitarbeiter über seine Pläne, sich aus dem aktiven Geschäft zurückzuziehen. Vor allem für seine Familie will der 62-Jährige künftig mehr Zeit haben. Voraussichtlich im Juli wird er seinen Abschied feiern und die Geschäfte an einen Nachfolger übergeben. Weiland war in der Interconti-Gruppe deutschlandweit sowie für die Häuser in Polen und der Ukraine verantwortlich für die operativen Belange.

37 Jahre lang war Weiland für die Hotelkette tätig. In Frankfurt fing er seinerzeit 1973 an. Es folgten Stationen in London, Athen und Wien. Ein erstes Mal kam er 1987 als Chef des Schweizerhofs nach Berlin. 1991 übernahm der Hotelmanager, der im Laufe der Jahre vielfach ausgezeichnet wurde, das Interconti an der Budapester Straße. Das Haus sieht er im derzeitigen Wettbewerb „hervorragend“ aufgestellt, es sei das „führende Business-Hotel Deutschlands“. Gesellschaftlich spielt das Interconti als Gastgeber des traditionellen Bundespresseballs seit Jahren eine wichtige Rolle.

Weiland beschränkte seine Aktivitäten nicht auf sein Hotel. Erst vor wenigen Tagen ist er mit großer Mehrheit wieder als Präsident an die Spitze des Berliner Hotel- und Gaststättenverbandes gewählt worden. Dieses Amt hat er seit 2003 inne. „Und das will ich auch weiter führen“, sagte Wieland. Denn nach einem Berufsleben mit einen Zwölf- bis 15-Stunden-Tag ist es für ihn nicht denkbar, sich einfach zur Ruhe zu setzen. Engagement für Berlin ist ihm wichtig. Im vergangenen Jahr verlieh der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit dem Hotelmanager für seine Verdienste für die Stadt den Verdienstorden des Landes Berlins. Und der Regierende hofft, dass sich Weiland auch künftig nach seinem Ausscheiden im Interconti „für Berlin und seine Interessen einsetzt“. Sigrid Kneist

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