Berlin : Stadtschloß: 14 Experten beraten über den Neubau

Lo

Das Thema Stadtschloss dringt jetzt bis ins Bundeskanzleramt vor: In seiner Sitzung am 27. September wird das Bundeskabinett eine Vorlage des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen behandeln, die dem Tagesspiegel vorliegt. Wichtigster Punkt ist die Einsetzung einer internationalen Expertenkommission "Historische Mitte Berlin", die "auf der Basis städtebaulicher Überlegungen umfassende Vorschläge zur Bebauung des Berliner Schlossplatzes sowie zur städtebaulichen Gestaltung des umliegenden Areals erarbeiten" soll - als Grundlage für eine politische Grundsatzentscheidung. Die Kommission wird so wichtig genommen, dass für die organisatorische Vorbereitung, Abwicklung und Nachbereitung ihrer Sitzungen ein eigenes "Ständiges Sekretariat" im Verkehrsministerium geschaffen werden soll.

Das Gremium wird vom österreichischen Mitglied des Europäischen Parlaments, Hannes Swoboda (SPÖ) geleitet. Die 14 Mitglieder der Expertenkommission sind der Präsident der Bundesarchitektenkammer Peter Conradi, der Historiker Laurenz Demps, der Publizist Friedrich Dieckmann, Helmut Engel, Chef der Stiftung für Denkmalschutz, der Architekturhistoriker Bruno Flierl, der Unternehmer Ernst Freiberger, die ehemalige Stadtbaudirektorin Barbara Jakubeit (jetzt Leiterin des Lehrstuhls für Entwerfen und Raumgestaltung bei der TU Darmstadt), Architekt Josef Paul Kleihues, Ex-Senator Thomas Krüger, Architekturtheoretiker Vittorio Magnago Lampugnani, Klaus-Dieter Lehmann, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Architekt Goerd Peschken, Jens Reich, ehemaliger DDR-Bürgerrechtler vom Max-Delbrück-Zentrum für Molekulare Medizin in Buch sowie Projektentwickler Jerry I. Speyer. Diesen Fachpreisrichtern stehen "Sachpreisrichter" zur Seite: Bundestagspräsident Thierse, Abgeordnetenhauspräsident Führer, Verkehrsminister Klimmt, Kultur-Staatsminister Naumann und die Senatoren Strieder und Stölzl. Die Expertenkommission kann "externen Sachverstand" hinzuziehen. Nach Berechnung von Investoren kostet allein die Rekonstruktion der Barockfassaden zwischen 85 und 130 Millionen Mark.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar