Berlin : Stadtteilmütter stärken Kinderrechte

Berliner Präventionspreis für Neuköllner Integrationsinitiative und fünf weitere Projekte, die Familien unterstützen

Ute Zauft

Die „Stadtteilmütter“ von Neukölln haben gestern den Berliner Präventionspreis und damit 6000 Euro erhalten. Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) vergab diesen und fünf weitere Preise anlässlich des 8. Berliner Präventionstages im Rathaus Schöneberg.

Seit 2004 helfen Frauen nichtdeutscher Herkunft türkischen und arabischen Familien bei Fragen rund um die Erziehung. Wie ernähre ich meine Kinder richtig? Wie viele Stunden vor dem Fernseher sind in Ordnung? Wie verhindere ich, dass mein Kind Drogen nimmt? „Integration funktioniert über die Sprache“, erklärt Projektleiterin Maria Macher. „Deshalb ist es viel einfacher, wenn Frauen in die Familien gehen, die die gleiche Sprache sprechen.“ Fast 500 Familien haben die inzwischen 80 Stadtteilmütter bisher erreicht. Während einer sechsmonatigen Ausbildung werden sie auf ihre Aufgabe vorbereitet. In Rollenspielen lernen sie, anderen Eltern zu vermitteln, wie wichtig zum Beispiel der regelmäßige Kitabesuch für ihre Kinder ist. Initiiert wurde das Projekt vom Diakonischen Werk, seit Herbst 2006 wird es von Land und Bezirk gefördert. Die Finanzierung ist bis Ende 2008 gesichert.

Mit dem Präventionspreis ehrt die Landeskommission „Berlin gegen Gewalt“ seit 2000 vorbildliche Projekte zur Prävention von Gewalt und Kriminalität. „In Würde aufwachsen“ war das Motto des diesjährigen Präventionstages. Geehrt wurden deswegen Projekte, die Kinder und ihre Eltern unterstützen. Der zweite Preis ging mit 4000 Euro an die Peter-Petersen-Grundschule in Neukölln. In jahrgangsgemischten Klassen lernen die Schüler hier, Verantwortung für jüngere und schwächere Mitschüler zu übernehmen. Den mit 2500 Euro dotierten dritten Preis gewann das Projekt „Roma-Schulmediation“. An vier Schulen in Wedding und Neukölln betreuen Sozialarbeiter Romakinder und beraten deren Eltern. „Sie tragen dazu bei, dass Kinder von Roma, die mehrfach benachteiligt werden, mehr als bisher an Bildungsprozessen teilhaben dürfen“, heißt es in der Begründung für die Ehrung. Drei Sonderpreise mit jeweils 1000 Euro gingen an ein Tanzprojekt an 65 Berliner Schulen, den Mädchennotdienst „Wildwasser“ und den „Ich- schaffs-Club“ an der Annedore-Leber- Grundschule in Tempelhof.

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