Berlin : Stammbahn Griebnitzsee-Zehlendorf: Chancen für Wiederaufbau sinken

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Die Chancen für den Wiederaufbau der Stammbahn von Griebnitzsee über Zehlendorf zum Bahnhof Potsdamer Platz sind gesunken - was für die Bahn teuer werden kann. Entweder sie baut die Strecke für bisher geschätzte Kosten in Höhe von etwa 350 Millionen Mark doch wieder auf, auch wenn sie hinter den wirtschaftlichen Erwartungen zurückbleibt, oder die Bahn muss an den Bund rund 50 Millionen Mark plus Zinsen zurückzahlen. Für diese Summe wurde bereits die Einführung der Strecke in den Nord-Süd-Tunnel am Gleisdreieck gebaut.

Nach Informationen des Tagespiegels haben die detaillierten Berechnungen inzwischen ergeben, dass die Strecke wirtschaftlich kaum zu betreiben sein wird. Die Planer haben berechnet, dass zwischen Potsdam und Zehlendorf täglich in beiden Richtungen 12 000 Fahrgäste unterwegs wären, zwischen Zehlendorf und Potsdamer Platz sollen es 15 000 sein.

Geplant ist bisher, zunächst nur den Abschnitt Griebnitzsee-Zehlendorf eingleisig wieder aufzubauen. Die Kosten hierfür hatte die Bahn ursprünglich mit etwa 65 Millionen Mark angegeben. Später sollte die 1838 eröffnete Stammbahn, die erste Eisenbahn Preußens, auch das zweite Gleis erhalten und elektrifiziert werden. Durch den Tunnel dürfen keine Dieselfahrzeuge fahren. Beim vorgezogenen Bau des Einfädelungsbauwerks hat der Bund gefordert, die Stammbahn bis 2006 in Betrieb zu nehmen. Sonst muss das Geld zurückgezahlt werden.

"Hätte man vorausgedacht, wäre die Strecke schon betriebsbereit", sagt der Verkehrsexperte der Grünen, Michael Cramer. Dann könnten auf ihr Züge fahren, wenn die S-Bahn im Sommer drei Monate lang zwischen Sundgauer Straße und Rathaus Steglitz/Anhalter Bahnhof unterbrochen wird, um sie sanieren zu können. Die ersten Arbeiten beginnen bereits am Wochenende, wenn in 106 Stunden die neue Brücke über den Hindenburgdamm eingebaut wird. Von heute, 18 Uhr, bis zum 14. März fahren deshalb zwischen Botanischer Garten und Rathaus Steglitz keine S-Bahnen.

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