Berlin : Stillgestanden!

Andreas Conrad

Ordnung ist das halbe Leben“, lehrt der Volksmund – und vieles mehr. Zum Beispiel „Kleider machen Leute“, noch so ein Kernsatz des sozialen Lebens, ohne den unsere Gesellschaft ins Chaos fiele. Zwei Binsenweisheiten, die freilich im Alltag jede Menge Tücken und Probleme in sich bergen. Gerade die Mitarbeiter der Ordnungsämter kommen ohne Kleider nicht aus, in diesem Fall sind es Uniformen, an denen bislang mancher Mangel zu beklagen war. Eher sportlich wirke die Uniform, stellte jetzt das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf betrübt fest, sie sei damit ungeeignet „für die vielschichtigen Aufgaben ordnungsbehördlichen Handelns“. Die „teils etwas burschikos wirkenden Cargohosen, Blousons und legeren Poloshirts“ würden daher ersetzt „durch eine klassische, dezent elegantere Schnittführung, die bei hoher Funktionalität der Materialien das Erscheinungsbild mit mehr Ausstrahlung und somit durch die visuelle Wahrnehmung in der Öffentlichkeit auch mit mehr Akzeptanz versehen soll“. Zu burschikos? Das bedeutet doch wohl zu zivil. Man wundere sich also nicht, wenn den Strafzettel für falsches Parken künftig ein Amtsträger in Hauptmannsuniform ausfüllt – mit eindeutig klassischer Schnittführung, und nicht nur in Köpenick ist Akzeptanz garantiert.

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