Berlin : Stimmen zu Peter Radunskis Rücktritt

Zum angekündigten Rücktritt Peter Radunskis vom Amt des Kultursenators äußerten sich Vertreter der Berliner Kulturlandschaft nur sehr zögerlich.



Christoph Stölzl, noch Generaldirektor des Deutschen Historischen Museums Berlin:

"Ich bin verblüfft und bedauere den Rücktritt sehr. Ich hatte den Eindruck, dass Radunski die Arbeit noch lange machen wollte, dass er noch viel vor hatte. Vor vier Jahren schrieb ich für den Tagesspiegel ein Idealprofil eines Kultursenators für Berlin. Fälschlicherweise wurde dies von einigen als Selbstbeschreibung gelesen. Heute meine ich, dass vieles von dem, was ich damals geschrieben habe, auf Herrn Radunski zutrifft. Er ist ein mit allen Wassern gewaschener Politiker, der die Kuhhändel kennt. Außerdem hat er ein großes Herz für die Kultur. Die rituelle Kritik an ihm konnte nie wirklich bewiesen werden."

Reiner Güntzer, Generaldirektor des Berliner Stadtmuseums:

"Dazu sage ich gar nichts. Ich nehme die Senatoren und Senatorinnen, wie sie kommen. Ich bin kein Kaffeesatzleser der Berliner Stadtpolitik."

Elmar Weingarten, Intendant des Berliner Philharmonischen Orchesters, äußerte sich in London am Rande einer Tournee unter dem Motto "50 Jahre Demokratie in Deutschland"

"Radunskis Rücktritt überrascht mich. Aber ich bedauere ihn auch. Ich habe Peter Radunski als einen Kulturpolitiker kennen gelernt, der immer sehr verständnisvoll mit dem Berliner Philharmonischen Orchester umgegangen ist. Sicher hat er einige Fehlentscheidungen in seiner Amtszeit zu verantworten, aber er hat auch einige wichtige Entscheidungen getroffen und durchgesetzt. Seine politische Kraft und sein Instinkt sind bewundernswert. Insgesamt eine respektable Leistung."

Götz Friedrich, Generalintendant der Deutschen Oper Berlin:

"Ich bin völlig überrascht und deshalb zu einem Statement nicht in der Lage."

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben