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Streik bei Bahn und Germanwings im Live-Blog : Zwischen Totalausfall und 20-Minuten-Takt

Der Streik der Lokführer hat den Schienenverkehr in Berlin am Mittwoch weitgehend lahmgelegt. In unserem Blog können Sie die Ereignisse des Tages nachlesen.

von , und Jana Kugoth, Bodo Straub, Sophia Kräge
Auch der Verkehr in Berlin war vom Streik der Lokführer massiv betroffen.
Auch der Verkehr in Berlin war vom Streik der Lokführer massiv betroffen.Foto: dpa

22:38 Uhr: Ein Blick in die Nacht

Kurz vor 22 Uhr wurde dann doch noch die S3 ausgedünnt. Sie fährt laut S-Bahn jetzt nur noch etwa alle halbe Stunde zwischen Ostkreuz und Erkner. Auf den anderen Linien läuft weiter die Mischung aus Totalausfall (insbesondere auf der westlichen Stadtbahn sowie auf dem Ring mit Ausnahme des Südteils zwischen Südkreuz und Neukölln), 20-Minuten-Takt und Bus-Ersatzverkehr (vor allem im Umland). Dass ein paar mehr Züge fahren als beim Streik vergangene Woche, dürfte die Startbedingungen für Donnerstagfrüh verbessern: Wenn die Strecken nicht blockiert sind, kommen die Züge nach Betriebsschluss ab etwa 1:30 Uhr nachts in die Werkstätten und Abstellanlagen, so dass sie bei Betriebsbeginn am Donnerstag dort sind, wo sie hingehören. Die meisten Linien setzen gegen 4 Uhr ein - also zu der Zeit, zu der die Lokführer ihren Streik beenden wollen.

21:15 Uhr: Wie viele Flüge in Berlin ausfallen

37 Flüge von Germanwings sollten am Donnerstag in Berlin starten und 36 landen. Jeweils 17, also knapp die Hälfte, seien gestrichen worden, teilt Germanwings auf Anfrage des Tagesspiegels mit. Das sind die meisten, die innerhalb des Streikzeitraums zwischen 14 und 24 Uhr liegen.

20:21 Uhr: Ein Blick auf die Bahnhöfe

Kontrollbesuch auf zwei Berliner S-Bahn-Stationen: Am Anhalter Bahnhof fahren die Nord-Süd-Linien S1 und S2 so ungefähr im versprochenen 20-Minuten-Takt. Und am Hackeschen Markt rollt die S5 von Strausberg zur Friedrichstraße, so dass auch auf der östlichen Stadtbahn zumindest ein Fortkommen ist. Leer ist es hier wie da, sowohl auf den Bahnhöfen als auch in den Zügen: Der Streik hat sich zumindest bei den Berlinern und denen, die die deutschen Ansagen und Anzeigen verstehen, herumgesprochen.

20:09 Uhr: Der Mann hinter den Streiks

Millionen blieben auf der Strecke, weil GDL-Chef Claus Weselsky es so wollte. Wer ist dieser Mann? Wir haben ihn porträtiert.

19:51 Uhr: Mit ein bisschen Berliner Humor lässt sich der ganze Streik-Stress viel leichter ertragen...

19:12 Uhr: Taxis sind für alle da

Der Taxi-Engpass scheint behoben, die Nachtschicht am Steuer der Taxis ist da. Die sonst übliche Schlange am Bahnhof Zoo existiert diesmal nicht, aber immer wieder fahren Taxis vor. Wer eins braucht, muss höchstens ein paar Minuten warten. Und die Staus auf den Straßen der Stadt werden kürzer. Aktuell klemmt es laut Verkehrsinformationszentrale: vor allem noch auf der Stadtautobahn in Charlottenburg, auf der Avus vor dem Dreieck Funkturm sowie auf Tempelhofer Damm, Heinrich-Heine-Straße sowie zwischen Oberbaumbrücke und Treptower Park.

19:08 Uhr: Der lange Weg nach Schönefeld

Am Bahnhof Zoo wird es ruhiger, nur die U-Bahn ist noch rappelvoll. Frage am Info-Punkt der Bahn: Wie käme man jetzt eigentlich zum Flughafen Schönefeld. Der Bahner an der Auskunft berichtet, dass die Regionalzüge dorthin nun endgültig stillstünden, und das Ostkreuz (wo die S9 noch fahren müsste) ist mangels S-Bahn unerreichbar. Bleibt als Alternative die U9 zur Berliner Straße, von dort mit der U7 nach Rudow und weiter mit dem Bus X7 bis zum Terminal. Dauert eine Stunde, aber sollte funktionieren - dank der BVG.

18:41 Uhr: Germanwings hat einen Plan B

Die Lufthansa-Tochter Germanwings hat ihren Ersatzflugplan für den Donnerstag nun online gestellt. Wer nachschauen will, ob der eigene Flug betroffen ist, muss die Flugnummer zur Hand haben und kann dann den Status abrufen. Von 500 Flügen sollen 400 stattfinden. Deren Passagiere sollen sich regelmäßig über den aktuellen Stand informieren und zwei Stunden vor Abflug da sein, schreibt das Unternehmen. Wessen Flug ausfällt, der könne online sowohl vor als auch nach dem geplanten Abflug kostenfrei umbuchen oder stornieren, heißt es weiter

18:35 Uhr: Ansturm auf die BVG

Die BVG hält Berlin am Rollen: Im Abendberufsverkehr verzeichneten U-Bahn, Straßenbahnen und Busse bis zu 60 Prozent mehr Fahrgäste als an normalen Werktagen, meldet das Unternehmen. Allerdings sei es durch den Andrang vor allem in der City auf einigen U-Bahn- und Straßenbahnlinien zu Verspätungen von etwa zehn Minuten gekommen. Bei der U-Bahn waren vor allem die Linien U6 und U9 betroffen, bei der Straßenbahn die M4, M5 und die M6. Am Alexanderplatz kamen teilweise nicht alle Kunden mit der nächsten Straßenbahn mit, aber die Situation habe sich am Abend bereits gebessert. Die Linienbusse waren teilweise sogar 40 Minuten verspätet, weil sie zwischen den vielen Autos im Stau standen oder durch Unfälle zusätzlich aufgehalten wurden.

 18:22 Uhr: Die Bahn fährt - hier und da

Die Deutsche Bahn teilt mit, dass im Fernverkehr trotz des Streiks etwa jeder dritte EC, IC und ICE fährt. Im bundesweiten Nahverkehr sieht es schlechter aus: Um Leipzig, Dresden, Halle und Magdeburg ist der Regionalverkehr praktisch zusammengebrochen. In Bayern und Hamburg kommt es laut Bahn "punktuell zu Ausfällen", etwa bei der S-Bahn in Nürnberg und im Allgäu. In Nordrhein-Westfalen gebe es Einschränkungen im Rheinland und im Ruhrgebiet. Informationen zu den gültigen Zugverbindungen sind unter www.bahn.de/liveauskunft sowie in der Liveauskunft der App DB Navigator und von m.bahn.de abrufbar. Zusätzlich zur allgemeinen Servicenummer unter 0180 6 99 66 33 (20Cent pro Anruf aus dem Festnetz, Tarife bei Mobilfunk maximal 60 Cent pro Anruf) hat die DB ab sofort wieder die kostenlose Servicenummer unter 08000 99 66 33 geschaltet. Informationen sind auch unter www.bahn.de/aktuell abrufbar.

Video
GDL Streik in Berlin
GDL Streik in Berlin

18:10 Uhr: Ein Smiley von der BVG

"Auch an Tagen wie heute gibt es noch gute Nachrichten vom Nahverkehr", schreibt die BVG über eine Pressemitteilung. In der kündigt sie die Wiederinbetriebnahme der U8 an: Die Bauarbeiten auf dem südlichen Abschnitt sind beendet, so dass die Züge vom nächsten Montag an wieder bis zur Hermannstraße durchfahren. Dann haben sie wieder Anschluss an den Südring - falls die S-Bahn fährt...

18:00 Uhr: Am Zoo sind Taxis auch keine Retter in der Not

Bei den Berliner Taxis steht die Nachtschicht bevor - mit einer bösen Folge für manche Fahrgäste: Am Zoo beginnt großes Palaver über die Fahrziele: Wer irgendwo hin muss, wo auch der Fahrer zum Dienstschluss hinfährt, wird gern mitgenommen. Andere bleiben verärgert zurück. Ein chinesischer Tourist ist zornig: Erst hat er eineinhalb Stunden vom Alex zum Zoo gebraucht, jetzt hängt er wieder fest. Und bei der Bahn findet er nur deutsche Ansagen und Anzeigen, die er nicht versteht.

17:48 Uhr: Schauspieler im wahren Leben

Auf dem Bahnhof Zoo haben sich zufällig zwei Mitwirkende getroffen, die zum "Jedermann" in den Berliner Dom wollen. Einer aus Steglitz, einer aus Friedenau. Beide extra früher gestartet - und jetzt doch in Zeitnot.

17:45 Uhr: Anstehen auf den Straßen

Die Verkehrsinformationszentrale meldet auf ihrer Livekarte erste Verbesserungen der Stausituation. Lokal klemmt es allerdings mächtig. So berichtet ein Autofahrer, dass er für den Kilometer vom Anhalter Bahnhof bis zum Potsdamer Platz eine halbe Stunde gebraucht hat. Anderswo rollt es zwar zäh, aber immerhin rollt es in den meisten Fällen.

16:58 Uhr: Noch mehr S-Bahnen

Die S-Bahn meldet zwei weitere Verbesserungen: Die S5 fährt nun von Strausberg bis zur Friedrichstraße, die S9 von Schönefeld bis zur Landsberger Allee.

16:55 Uhr: Flugplan noch in der Schwebe

Der zunächst für 17 Uhr avisierte Ersatzflugplan von Germanwings verzögert sich: Man arbeite "mit Hochdruck" daran, heißt es auf der Homepage, wo nun von 18 Uhr die Rede ist. Wegen des Pilotenstreiks sollen am Donnerstag etwa 100 von 500 Flügen der Lufthansa-Tochter ausfallen.

16:45 Uhr: Berliner Stadtautobahn dicht

Auf der Livekarte der Verkehrsinformationszentrale ist die gesamte Stadtautobahn zwischen Neukölln und Flughafen Tegel bzw Wedding rot eingefärbt, dort gibt es in beiden Richtungen Stau. Vor dem Britzer Tunnel (stadtauswärts) ist außerdem ein Fahrstreifen gesperrt worden, damit der Verkehr im Tunnel nicht stockt. Stau  wird auch von immer mehr Stadtstraßen gemeldet.

16:40 Uhr: Umfrage, wie Reisende in Berlin Streik erleben

Menschen auf Dienstreise, auf Urlaubsreise oder auf der Durchreise: Vor allem am Hauptbahnhof sind viele Reisende gestrandet. Der Tagesspiegel hat sich mit einigen unterhalten. Die Umfrage finden Sie hier.

16:30 Uhr: Kleine Verbesserungen bei der S-Bahn

Die Berliner S-Bahn meldet zwei Verbesserungen auf wichtigen Strecken: Die S5 wurde stadteinwärts von Lichtenberg bis zum Ostbahnhof verlängert, so dass beispielsweise die U1 an der Warschauer Straße wieder einen Anschluss hat. Außerdem fährt die S7 laut der Homepage der S-Bahn jetzt auch zwischen Wannsee und Potsdam.

16:21 Uhr: Keine Bahn-Notfallplanung für Herbstferien

 Auch wenn berufstätige Pendler und Schüler in den anstehenden Herbstferien nicht so stark durch neue Streikmaßnahmen der GDL betroffen sein würden, könnten für Urlaubsreisende herbe Einschränkungen anstehen. „Das Procedere in den Ferien ist das gleiche wie außerhalb der Ferien“, sagte eine Sprecherin der Bahn am Mittwoch dem Tagesspiegel. Erst nach einer Streikankündigung der GDL könne man reagieren. Eine Notfallplanung für die Herbstferien, die in Berlin am Montag beginnen, sei jedenfalls nicht geplant.    

Wie Reisende in Berlin den Streik erleben
Bo Hillibeag, 32 aus Dänemark„Ich habe nichts von dem Streik mitbekommen. Er überrascht mich. Aber ich bin als Tourist in Berlin und bleibe noch ein paar Tage. Da kann ich auch auf U-Bahn und Busse ausweichen.“Alle Bilder anzeigen
1 von 6Foto: Jana Kugoth
15.10.2014 16:39Bo Hillibeag, 32 aus Dänemark„Ich habe nichts von dem Streik mitbekommen. Er überrascht mich. Aber ich bin als Tourist in Berlin...

16:05 Uhr: Der Fahrplan ist dünn - aber besser als beim letzten Streik

Erneut hat die S-Bahn ihre Informationen aktualisiert. Sie zeigen, dass bisher deutlich mehr Züge fahren als beim Streik in der vergangenen Woche. Während damals nur einzelne Züge fuhren, ist jetzt zumindest das Gros des Netzes noch in Betrieb. Allerdings sind ausgerechnet die beiden wichtigsten Strecken lahmgelegt: Auf der Stadtbahntrasse westlich des Ostkreuzes - wo auch der parallele Regionalverkehr ruht - fahren keine Züge mehr. Und auch der Ring, der jetzt im Fünfminutentakt die Pendler nach Hause bringen sollte, ist blockiert. Lediglich das südöstliche Stück zwischen Südkreuz und Neukölln wird noch bedient: Hier fährt die S46 (von und nach Königs Wusterhausen). Zwischen Ostkreuz und Flughafen Schönefeld besteht ein - wenn auch instabiler - 20-Minuten-Takt mit der S9. Dasselbe gilt für die Nord-Süd-Linien S1 und S2 sowie für die S3 zwischen Ostkreuz und Erkner.

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