Berlin : Streit um Geld: Freundin beim Essen erstochen

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Weil er seine 17 Jahre jüngere Geliebte erstochen hat, muss sich seit Donnerstag der 50-jährige Milan D. vor dem Landgericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft legt dem aus Jugoslawien stammenden Angeklagten zur Last, am 13. Februar diese Jahres die 33-jährige Surika K. aus Eifersucht niedergestochen zu haben. Beim Prozessauftakt legte der Vater von drei mittlerweilen volljährigen Kindern ein Geständnis ab. Ausführlich schilderte Milan D., wie er die junge Frau 1992 kennengelernt hatte. Sie habe zunächst als Angestellte in seiner Reinigung gearbeitet. Kurze Zeit darauf habe er bereits ein Verhältnis mit ihr angefangen. Auf ihr Drängen habe er 1995 sogar seine Frau verlassen, um mit Surika K. zusammen zu leben. "Es war eine ganz normale Beziehung. Wir fuhren jedes Jahr in Urlaub nach Jugoslawien oder nach Spanien", schilderte er das Zusammenleben mit der jungen Frau.

Offensichtlich funktionierte die Beziehung zwischen dem stämmigen Mann mit dem silberfarbenen Schnurrbart und der jüngeren Geliebten nur so lange, wie er ihren finanziellen Ansprüchen gerecht werden konnte.

Ab 1997 musste er seinen Reinigungsbetrieb wegen Steuerschulden aufgeben und wurde arbeitslos. Fortan sei es ihm schwerer gefallen, die Wünsche seiner Geliebten zu erfüllen. Dennoch habe er alles getan, um sie finanziell zu unterstützen.

Noch am Tag vor der Tat hatte er Surika K. in der gemeinsamen Wohnung in der Keithstraße eigenen Angaben zufolge noch "mehrere hundert Mark" gegeben. Als sie am nächsten Tag erneut Geld verlangt habe und er ihr sagte, dass er ihre Wünsche nicht alle erfüllen könne, habe sie geantwortet: "Ich habe schon jemand, der mir meine Wünsche erfüllt und der ist jünger als du!"

Da habe er das Messer, mit dem er kurz zuvor Braten abgeschnitten habe, gepackt und auf sie eingestochen. Anschließend hatte er sich bei der Polizei gestellt.

"Ich werde das mein Leben lang nicht vergessen - und ich würde mein Leben geben, um das alles ungeschehen zu machen", erklärte Milan D. und entschuldigte sich bei der Familie der Getöteten, die als Nebenkläger bei dem Verfahren auftritt.

Die Urteil wird voraussichtlich am 5. September verkündet.

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