Berlin : Streiten strengt an

Zum ersten Mal traf sich der junge Debattierclub beim Tagesspiegel

Silke Zorn

Jana und Daniel suchen Streit – und zwar mit Maren und Sebastian. Die fänden es nämlich allen Ernstes gut, wenn an deutschen Unis Studiengebühren eingeführt würden. Den Zahn muss man ihnen ganz schnell ziehen. Daniel nimmt schon mal Kampf-Position ein – sicherer Stand, beide Beine fest im Boden verankert – während Jana angriffslustig ihren Kugelschreiber durch die Luft schwingt. Doch Sebastian bleibt ganz cool, schließlich hat er in dieser Sache das erste Wort.

Über vierzig Schüler und Studenten trafen sich am Donnerstagabend zur Auftaktveranstaltung des neuen Tagesspiegel-Debattierclubs in den Redaktionsräumen in der Potsdamer Straße. Das Thema: Studiengebühren. Wissenschaftsredakteurin Anja Kühne fasst in einer kurzen Einführung wichtige Daten und Fakten zusammen. Dann geht es los. Die Regeln: Eine Pro- und Contra-Debatte zwischen zwei Zweierteams, mit festen Redezeiten, anschließend offene Diskussion mit dem Publikum.

Lorenz Maroldt und Ursula Weidenfeld aus der Tagesspiegel-Chefredaktion waren beeindruckt, wie gut sich die Teams vorbereitet hatten. Und von den Argumenten, mit denen die Pro- und Contra-Teams und die Redner aus dem Publikum aufwarten konnten: Bildung darf nicht vom Geldbeutel abhängen, begründeten etwa Jana und Daniel ihre Position. Ohne zusätzliche Mittel sind die Hochschulen aufgeschmissen, hielten Maren und Sebastian dagegen. Mit Hilfe von Studiengebühren könnten neue Lehrkräfte eingestellt und marode Hörsäle saniert werden.

Nach rund vierzig Minuten Schlagabtausch ist Pro-Rednerin Maren Rohdemann sichtlich erschöpft. „Das war ganz schön anstrengend“, seufzt die Sechzehnjährige. „Aber ich will unbedingt am Ball bleiben.“ Ebenso Abiturient Christian Schiller, der im Publikum fleißig mitdiskutierte und sich vor allem über die abschließenden Rede-Tipps von Rhetoriktrainer Tim Wagner freute: Blickkontakt halten, das Publikum direkt ansprechen, die Einwürfe der Gegenseite gezielt aufnehmen – „gute Argumente können so noch überzeugender wirken“. Ausprobieren können die Clubmitglieder das spätestens beim nächsten Treffen im September.

Noch sind Anmeldungen für den Tagesspiegel-Debattierclub möglich. Die Jahresmitgliedschaft kostet 20 Euro. Bei Interesse wenden Sie sich bitte per Mail an rhetorik@tagesspiegel.de.

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